Berlin - Die Nachricht überraschte selbst enge Mitarbeiter: Beatrice Kramm, die Präsidentin der Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK), wird nicht für eine zweite fünfjährige Amtszeit antreten und die ehrenamtliche Tätigkeit mit Ablauf der ersten Amtszeit im September beenden.

Die 55-jährige Berlinerin teilte auf der IHK-Vollversammlung mit, sie wolle sich wieder voll ihrem Hauptberuf als Geschäftsführerin der Film- und Fernsehproduktionsfirma Polyphon („Traumschiff“, „Stubbe“) widmen. Kramm schlug als Nachfolger Tobias Weber vor, Inhaber der Firma City Clean und einer ihrer drei Vizepräsidenten.

Kramm, die seit 2005 dem IHK-Präsidium angehört und seit 2016 als erste Frau an der IHK-Spitze steht, verwies in einer Erklärung auf die doppelte Belastung in Pandemiezeiten. Einerseits im Einsatz für Berlins Wirtschaft, andererseits für ihre Firma und deren Belegschaft: „Für sie ist eine Geschäftsführerin, die regelmäßig nicht zur Verfügung steht, eine Herausforderung. Das gilt vielleicht besonders dann, wenn sie geschäftlich viel unterwegs ist.“

Intern hatte es bis zuletzt keine Hinweise gegeben, dass Kramm aufhören wolle, von Mitarbeitern wird weder über Missstimmung oder Konflikte berichtet, die zu der Entscheidung beigetragen hätten.