Berlin - Die Zahl islamistischer Gefährder in Berlins Gefängnissen hat sich in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt. Gab es dort Ende November 2015 noch insgesamt elf gewaltbereite Islamisten, so sind es jetzt bereits 23, davon 14 in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Moabit. Unter den juristisch heiklen Begriff Gefährder fallen dabei Personen mit gefestigter, radikal-islamistischer Überzeugung und massiver Gewaltbereitschaft. Ihnen wird zugetraut, Anschläge zu verüben.

Die Zahlen stammen aus einer Antwort des Senats auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Sebastian Schlüsselburg. Der Rechtspolitiker erklärte, trotz der gestiegenen Zahlen sei der Berliner Justizvollzug auf radikalen Islamismus gut eingestellt. So seien Angebote zur Deradikalisierung, etwa Anti-Gewalttraining, aufgestockt worden. „Den Kampf gegen radikalen Islamismus gewinnen wir auf lange Sicht nur in den Köpfen und Herzen“, sagte Schlüsselburg. Anbieter sind etwa das Violence Prevention Network aus Berlin, das Projekte in Tegel, der JVA Heidering und der Jugendstrafanstalt Plötzensee durchführt.

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