Nicht nicht eröffnet, aber schon zu klein: Der Flughafen BER imuss erweitert werden. Nun drückt Noch-Flughafenchef Hartmut Mehdorn aufs Tempo. Die Alternativen für die Vergrößerung der Abfertigungskapazität müssten möglichst bald geprüft werden, die Planungen sollten möglichst bald beginnen, forderte er am Mittwoch im Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses. „Am 13. März wollen wir im Aufsichtsrat über einen Generalbebauungsplan sprechen“, sagte Mehdorn. „Wir brauchen Grundsatzentscheidungen“ – unter anderem für den Bau eines Terminalsatelliten auf dem Vorfeld.

Der neue Schönefelder Flughafen ist nur für rund 27 Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt. „Doch 2014 gab es in Berlin schon knapp 28 Millionen Fluggäste“, so Mehdorn. „Und wir werden weiter wachsen.“ Für 2020 rechnet er mit 40 Millionen, für 2035 mit 50?Millionen Passagieren am BER. Ein rasanter Aufschwung – darum rückte Mehdorn jetzt auch eine Idee zur Kapazitätserweiterung in den Vordergrund, die bislang nur für die ferne Zukunft gedacht war.

Tunnel wurde eingespart

Noch bevor der BER im zweiten Halbjahr 2017 öffnet, müsse mit der Planung eines Satelliten begonnen werden, sagte er. „Wir brauchen die Planungsfreigabe vor der Inbetriebnahme.“ Das Gebäude, das vor dem Fluggastterminal auf dem Rollfeld entstehen soll, würde vor allem dem zunehmenden Umsteigeverkehr dienen. Unklar ist aber, wie die Fluggäste vom Terminal dorthin gelangen. „Das wird noch diskutiert“, so Technikchef Jörg Marks. Die früheren Planer haben den anfangs vorgesehenen Tunnel unterm Vorfeld eingespart.

Vor allem aber braucht der BER zusätzliche Abfertigungsanlagen für ein- und aussteigende Fluggäste,hieß es. Inzwischen wird nicht nur darüber diskutiert, kurzfristig den Pier Nord und eventuell auch den Pier Süd des Terminals mit Anbauten zu verlängern. Laut Marks soll außerdem geprüft werden, ob am VIP-Parkplatz ein zusätzlicher Check-In-Zugang zum zentralen Abfertigungsgebäude geschaffen werden sollte.

Außerdem sprechen die Planer darüber, den jetzigen Flughafen Schönefeld (SXF) nun doch langfristig offenzuhalten – und nicht, wie zuletzt erwogen, spätestens ein Jahr nach der BER-Eröffnung zu schließen. Um die alten Anlagen weiterbetreiben zu können, sind allerdings große Investitionen erforderlich, sagte Marks. Die Gepäckförderanlage halte nicht mehr lange durch.