Ein neuralgischer Punkt im Berliner Autobahnnetz: der Tunnel Flughafen Tegel
Foto: Berliner Zeitung/Paulus Ponizak

BerlinEine neue Statistik des Senats wirft ein Schlaglicht darauf, wie es auf  Berlins Autobahnen zugeht. Immer häufiger müssen Tunnel und Zufahrten gesperrt werden, weil zu viele Autos unterwegs sind. Das geht aus der Antwort der Senatsverkehrsverwaltung auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Harald Moritz hervor. Sie enthält Zahlen von 2019.

Eine Stelle im Berliner Autobahnnetz erwies sich auch im vergangenen Jahr als besonders empfindlich – mehr noch als sonst. Es handelt sich um den Tunnel Ortsteil Britz im Verlauf der A100, mit 1,7 Kilometern ist er der längste Autobahntunnel Berlins.

Wie für andere Bauwerke dieser Art gelten dort strenge Regularien.  So muss der Zustrom reguliert oder unterbunden werden, wenn die Zahl der Fahrzeuge zu groß ist. 2019 wurden 48 Tunnelsperrungen erforderlich, weil das Verkehrsaufkommen zu hoch war, geht aus den Senatszahlen hervor. Im Jahr davor gab es 27 Sperrungen aus diesem Anlass. Die Zahl der unfallbedingten Unterbrechungen stieg von sieben auf 18. 

Stau verlängert Fahrt nach Schönefeld

Auch eine weitere Zahl hat zugenommen: In 842 Fällen sorgte die Berliner Tunnelleitzentrale dafür, dass die Zufahrten an der Buschkrugallee und am Britzer Damm oder Fahrstreifen vor dem Tunnel gesperrt wurden. Zum Vergleich: 2018 war das 695 Mal der Fall. Der Anstieg der Belastung ist keine gute Nachricht für die Autofahrer, die zwischen Berlin und Schönefeld unterwegs sind. Durch den Britzer Tunnel werden viele Routen zum BER führen, der künftig der einzige Flughafen der Region sein wird. Die A100 und die in Neukölln anschließende A113 sind schon heute oft zugestaut.

Ein weiterer neuralgischer Punkt der Stadtautobahn befindet sich nordwestlich in Charlottenburg: Auch für die Einfahrt Siemensdamm, an der viele Fahrzeuge aus dem Bezirk Spandau auf die A100 drängen, wurden im vergangenen Jahr mehr Sperrungen verzeichnet. Die Zahl nahm von 516 auf 574 zu.

Gibt es einen Ausweg?

Eine solche Entwicklung meldet der Senat zudem für die Zufahrt Antonienstraße in Reinickendorf. Sie musste 507 Mal gesperrt werden. 2018 wurde dies 448 Mal nötig.  Die Zufahrt, unmittelbar neben der Berliner Tunnelleitzentrale gelegen, führt in den Tunnel Flughafen Tegel. Dort musste der Verkehr ebenfalls häufiger unterbrochen werden als im Jahr davor: Die Zahl der Sperrungen wegen hohen Verkehrsaufkommens stieg von 40 auf 94. Sperrungen einzlner Fahrstreifen waren in 325 Fällen nötig – im Jahr davor 261 Mal.

Die Zahlen zeigen, dass die Stadtautobahnen an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen sind, sagte Harald Moritz. „Ein Mehr an Autoverkehr ist weder in den Wohngebieten noch auf der Autobahn zu verkraften.“ Ausweg sei nicht der Bau neuer Straßen, sondern die Förderungen des Fuß-, Rad- und Nahverkehrs.