Gütersloh - Ein Jahr vor Inkrafttreten der bundesweiten Krippenplatzgarantie belegt Berlin einen Spitzenplatz beim Anteil der vollzeitbeschäftigten Erzieherinnen. 2011 arbeitete jede zweite der 20.400 Pädagogik-Fachkräfte ganztags; das waren 4800 oder 34,6 Prozent mehr als fünf Jahre zuvor, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten „Ländermonitor Frühkindliche Bildung“ der Bertelsmann Stiftung hervorgeht.

Neben Nordrhein-Westfalen (56 Prozent) ist Berlin damit nur eines von zwei Bundesländern, in denen mehr Erzieherinnen in Vollzeit als in Teilzeit beschäftigt sind. Bundesweit liegt der Anteil der Vollzeit-Kräfte bei etwa 40 Prozent.
Bertelsmannstiftungs-Vorstandsmitglied Jörg Dräger bewertete den erheblichen Anstieg der Vollzeitstellen positiv: „Kinder brauchen in ihrer Kita eine feste Bezugsperson.“

Vom 1. August 2013 an gilt ein Rechtsanspruch auf Betreuung in Kita und Kindergrippe schon für Kinder ab dem 1. Geburtstag. Bisher war er für Mädchen und Jungen ab drei formuliert.

Nachfrage gewachsen

Zwischen 2006 und 2011 wurden in Berlin 4400 Erzieherinnen neu eingestellt - ein Plus von 28 Prozent. Der Studie zufolge ist gleichzeitig aber auch die Nachfrage gewachsen: Der Anteil der Berliner Kita-Kinder unter drei Jahren legte von 38 Prozent auf 42 Prozent zu. Mehr als die Hälfte (65 Prozent) von ihnen wird ganztags betreut. Von den Drei- bis Sechsjährigen besuchen 95 Prozent eine Kita - 2006 waren es noch 90 Prozent. Rund zwei Drittel (61 Prozent) von ihnen werden ganztags betreut.

Zu wenige Erzieherinnen in Brandenburgs Kitas

In Brandenburg sei das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Erzieherinnen und Kindern im Krippenalter sehr ungünstig, hieß es. Demnach kommen auf eine Betreuerin 6,2 Kinder. Damit liegt das Land bundesweit auf dem letzten Platz. Eine qualitativ hochwertige Betreuung ist der Stiftung zufolge erst bei einem Verhältnis von 1:3 gegeben.

Ebenfalls ungünstig ist nach dem „Ländermonitor Frühkindliche Bildung“ die hohe Zahl an Teilzeitbeschäftigten: 80 Prozent der 15 700 Erzieherinnen in den Brandenburger Kitas arbeiten demnach in Teilzeit. Bundesweit liegt der Anteil bei rund 60 Prozent, in Berlin bei 50 Prozent. Von den zwischen 2006 und 2011 neu eingestellten 3200 Erzieherinnen seien 58 Prozent in Teilzeit beschäftigt, hieß es weiter. Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt mehr Anreize zur Vollzeitbeschäftigung. (dpa)