Für 27 Millionen Passagiere ist der neue Hauptstadtflughafen BER ausgelegt. 33 Millionen Menschen werden ihn jedoch nach aktuellen Schätzungen im geplanten Eröffnungsjahr 2017 nutzen. Am Freitag hat der Aufsichtsrat nun einen ersten konkreten Beschluss gefasst, wie die Kapazität erweitert werden soll: Der Flughafen Schönefeld bleibt bis 2023 in Betrieb. „Wir brauchen Schönefeld-Alt für einen Übergangszeitraum“, sagte der neue Aufsichtsratsvorsitzende Michael Müller.

Ursprünglich sollte an der Stelle des früheren DDR-Hauptstadtflughafens das neue Regierungsterminal entstehen. Nach langen Verhandlungen hat sich der Bund jedoch bereit erklärt, zunächst einen provisorischen Bau westlich des Abfertigungsgebäudes zu beziehen. Bis zu zehn Millionen Passagiere können auf diese Weise zusätzlich abgefertigt werden.

Noch in diesem Jahr wird umgebaut

Noch in diesem Jahr sollen in Schönefeld Maßnahmen umgesetzt werden, um Platz zu schaffen. So wird das kleine Terminal C in der Mitte des Gebäudekomplexes umgebaut, dort finden künftig Sicherheitskontrollen statt.

Bei der Sitzung des Aufsichtsrats im September soll Flughafen-Geschäftsführer Karsten Mühlenfeld ein Konzept für die weitere Entwicklung des BER vorlegen. Vorschläge für aufeinander abgestimmte Maßnahmen soll es enthalten.

Die Abstimmung ist den Kontrolleuren ein Anliegen, damit Pannen wie beim Bau der Rollbahn Charlie vermieden werden, die nördlich des neuen Terminals verläuft. Sie ist zu zwei Dritteln fertig, endet aber mitten in dem Bereich, wo unter anderem die Wartungsanlagen der Lufthansa stehen. Nun werden die drei betroffenen Unternehmen umgesiedelt, damit die Rollbahn fertiggestellt werden kann. 30 Millionen Euro hat der Aufsichtsrat dafür genehmigt.

Die Stimmung der ersten Sitzung unter der Leitung von Michael Müller beschrieben Teilnehmer als gut und konstruktiv. Müller und Mühlenfeld ergänzten sich in ihrer nüchternen Art, hieß es.