Übung der Berliner Feuerwehr für die Presse.
Foto: imago images/Seeliger

Berlin - Noch nie hat die Feuerwehr so viele Übergriffe auf ihre Mitarbeiter registriert wie im vergangenen Jahr. 211 Mal wurden im Jahr 2019 Feuerwehrleute bedroht beziehungsweise angegriffen. 35 Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes wurden dabei verletzt. Alle 42 Stunden komme es in Berlin zu einem Übergriff, sagte Vize-Feuerwehrchef Karsten Göwecke am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses.

In früheren Jahren steckten Rettungsdienstmitarbeiter und Brandbekämpfer solche Attacken oft weg, ohne anschließend zur Polizei zu gehen. Doch die Übergriffe wurden in der letzten Zeit immer zahlreicher. Als Konsequenz habe man unter anderem das Meldewesen für solche Vorfälle verbessert, so Göwecke. „Wenn wir jetzt feststellen, dass keine Anzeige erstattet wurde, dann erstatten wir Anzeige von Amts wegen. Wir werden auch in Zukunft konsequent Anzeige erstatten.“ Auch die Prävention wurde intensiviert. An der Feuerwehr- und Rettungsdienstakademie wurden spezielle Deeskalationsseminare eingerichtet. „Wir müssen in der Gesellschaft ein anderes Wertesystem herstellen, um diese Fälle zu vermeiden“, sagte Göwecke. Innensenator Andreas Geisel (SPD) bezeichnete die Gewalt gegen die Retter im Innenausschuss als „eine nicht hinnehmbare Situation“. Gewalt gegen Einsatzkräfte müsse gesellschaftlich  geächtet werden.

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