Berlin - Wenn Kussay das Wort „Flüchtlingsheim“ hört, schüttelt sich sein ganzer Körper. Die Erinnerungen sind dann wieder da an die alte Villa in der Klingsorstraße in Lichterfelde, in der er sieben Monate leben musste. Das Gefühl, in einem engen Zimmer eingesperrt zu sein, umgeben von Menschen, für die Homosexualität eine Sünde ist. „Das war die schlimmste Zeit meines Lebens“, sagt der Syrer. „Ich musste mir mit den Menschen ein Zimmer teilen, vor denen ich mein ganzes Leben lang davongerannt bin.“

In seiner Heimat frei als schwuler Mann leben, das konnte Kussay nicht. Homosexualität ist in Syrien illegal, kann mit drei Jahren Gefängnis bestraft werden. Die Gesellschaft ist von religiösen Traditionen geprägt. „Meine Mutter wollte mich ins Gefängnis stecken und begann, viel zu beten. Sie dachte, es sei eine Strafe Gottes, dass ihr Sohn schwul ist“, erzählt Kussay mit trauriger Stimme. Bis heute hat er kaum Kontakt zu ihr.

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