Die Hitzewelle im August hat den Bädern eine hervorragende Sommerbilanz beschert. Insgesamt zählten die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) in dieser Saison 2,7 Millionen Gäste – 26,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Allein im August kamen fast 940.000 Besucher.

Annette Siering, BBB-Vorstand und seit dem Ausscheiden von Ole Bested Hensing amtierende Bäderchefin, zeigte sich am Montag zufrieden. Dabei hatte es zum Start der Saison ganz anders ausgesehen: Im Mai und Juni war es deutlich zu kalt – „katastrophal“ aus Sicht der Bäder. Im Juli und vor allem im extrem heißen August gab es dagegen Rekorde.

Wirtschaftlich seien die Bäder-Betriebe damit wieder im Plan, so Siering. Sie geht davon aus, dass sie das Jahr mit einer „schwarzen Null“ abschließt – sprich mit dem bewilligten Landeszuschuss von 45 Millionen Euro zu den laufenden Kosten auskommen wird. Eine Erhöhung der Eintrittspreise schloss sie vorerst aus: „Das steht für 2016 nicht auf dem Plan.“

Insgesamt habe die Saison gezeigt, wie sehr die BBB vom Wetter abhängen, so Siering. 85 Prozent ihrer Wasserflächen liegen unter freiem Himmel. Scheint die Sonne, drängen sich die Besucher, regnet es, sind die Freibäder leer und die meisten Hallen in der Sommerpause. Der Bau neuer Allwetter-Multifunktionsbäder, wie er nun in Pankow und Mariendorf vorangetrieben wird, könnte hier langfristig etwas ändern.
Immerhin: In diesem Sommer hatten auch die drei freizeitbetonten Hallenbäder (Spreewaldbad, Schöneberg und Lankwitz) durchgehend geöffnet. Und sie waren durchaus gefragt. Allein in Schöneberg wurden in den vier Sommermonaten 123.000 Besucher gezählt.

Als Erfolge wertete Siering auch andere Neuerungen. Die neue Sommer-Mehrfachkarte, die 20 Eintritte erlaubt, wurde rund 11 000 Mal verkauft. Auch Veranstaltungen seien gut angenommen worden. So kamen zum abendlichen Ramadan-Grillen im Bad im Humboldthain 1.300 Gäste. Siering dankte den Mitarbeitern für deren „Top-Leistung“ und Bereitschaft, flexibel je nach Wetter zu arbeiten. Dies war zu Saisonbeginn von Mitarbeiter durchaus kritisiert worden.

Mit zwei weiteren Kritikpunkten wollen sich die BBB demnächst noch einmal auseinandersetzen, sagte Siering. Frühschwimmer hatten bemängelt, dass sie in vielen Bädern morgens vor verschlossenen Türen stehen. Darüber werde man sich Gedanken machen, so Siering.

Nach Gewaltvorfällen Sicherheit erneut Thema

Auch das Thema Sicherheit kommt erneut auf die Tagesordnung. Nach mehreren Gewaltvorfällen im Neuköllner Columbiabad will Siering bei einem Workshop noch einmal über den Einsatz von Sicherheitspersonal und Prävention, etwa durch die Zusammenarbeit mit Neuköllner Initiativen, sprechen.
Zugleich gehen die Bäder-Betriebe davon aus, dass das Columbiabad als solches erhalten bleibt – trotz laufender Verkaufsgespräche. Der Bund, dem ein Teil des Geländes gehört, will das Areal an Investoren verkaufen. Doch das Land Berlin hat bereits sein Interesse an einem Kauf angemeldet. Da es sich um eine ausgewiesene Freizeit- und Sportfläche handelt, sei das Gelände für Wohnungsbauinvestoren ohnehin nicht attraktiv, heißt es in der Bauverwaltung. Matthias Oloew, BBB-Sprecher, sagt daher: „Wir gehen davon aus, dass das Land die Fläche kauft und wir das Bad weiter betreiben.“