Michael Roden ist schwer zu greifen. Auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz, der wie viele andere Weihnachtsmärkte in Berlin am Montag eröffnet hat, ist der Veranstalter ständig unterwegs. Der 59-Jährige – gut gebräunt, karierter Mantel, Designer-Sneaker – überzeugt sich persönlich davon, dass Hygiene-Abstände eingehalten werden, Besucherinnen und Besucher draußen Masken tragen oder nachweisen, dass sie geimpft oder genesen sind, sobald sie sich in die Innen-Gastronomie setzen – wie die „Hirschstube“, ein Glaskasten mit Tischen, wo Roden sich kurz Zeit für ein Gespräch nimmt.

„Ich mache den Markt hier seit 38 Jahren“, sagt der Vorsitzende des Schaustellerverbandes Berlin, der schon in dritter Generation Rummel- und Kirmesbetreiber ist. Im Vorjahr standen am Kudamm coronabedingt nur einige Buden, die im Lockdown Mitte Dezember wie überall schließen mussten. Dieses Mal hofft er, trotz steigender Inzidenzen bis zum 2. Januar geöffnet zu bleiben.

„Wir sind positiv gestimmt“, sagt Rode, „wir geben uns alle Mühe, die Weihnachtszeit gemütlich miteinander zu verbringen.“ Soweit es eben geht: Draußen kontrollieren 20 Security-Leute, ob die Menschen Masken tragen, die Buden stehen weit auseinander. Den Markt am Breitscheidplatz, der am Abend vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) eröffnet wurde und dieses Jahr auch wieder den Opfern des Terroranschlags vor fünf Jahren gedenkt, ganz abzusagen wie andernorts auch, war für Roden keine Option. „Das wäre in der Weihnachtszeit ein falsches Signal“, sagt er.

Trotzdem behält er wie andere Veranstalter die Inzidenz im Auge. Wenn die Weihnachtsmärkte doch abgesagt werden, „dann wäre es eben so, aber finanziell nicht für jeden Betreiber so einfach zu schlucken“. Der Westberliner Unternehmer hofft jedenfalls, sein Gewerbe weiterzugeben: Seine Töchter arbeiten in der vierten Generation im Familienbetrieb, eine von ihnen erwartet dieser Tage die fünfte Generation.