Blankenfelde-Mahlow - Alles sah zunächst wie ein Unfall aus. Auch die Polizei drückte sich nach dem Brand eines Einfamilienhauses in Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming) am Mittwoch, bei dem eine Frau schwer verletzt wurde, noch sehr vorsichtig aus. Obwohl offenbar da schon alles darauf hindeutete, dass es sich nicht um ein Unglück gehandelt haben konnte, sondern dass das Feuer vorsätzlich gelegt worden war. Die Ermittler suchten zunächst den Ehemann der schwer verletzten Frau. Als Zeugen, hieß es offiziell. Aber weil die Polizei für die Suche sogar einen Hubschrauber einsetzte, kamen die Zweifel.

Tatverdächtiger schweigt

Der Ehemann soll am Mittwoch mit einem Auto von dem brennenden Haus davongefahren sein. Am Donnerstagmorgen stellte sich der 50-Jährige der Polizei im benachbarten Zossen. Wenige Stunden später erließ ein Richter des Amtsgerichts in Potsdam Haftbefehl gegen Friedhelm R. wegen des Verdachts des versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.

„Der Mann steht im Verdacht, zunächst sein Haus und dann seine Ehefrau bei lebendigem Leibe angezündet zu haben“, sagte Sarah Kress, die Sprecherin der Potsdamer Staatsanwaltschaft, der Berliner Zeitung. Dass der Mann sein Opfer zuvor mit Benzin übergossen hat, bestätigte sie nicht. Zum Motiv könne man noch keine Angaben machen. „Der Mann schweigt bisher zu den Vorwürfen“, so Kress.

Das Feuer in dem Einfamilienhaus in einer ruhigen Siedlung in Mahlow war am Mittwoch gegen 14 Uhr ausgebrochen. Ein Nachbar alarmierte die Feuerwehr. Die 37-jährige Dana R. konnte sich und ihren sieben Jahre alten Sohn noch aus dem brennenden Haus retten. „Der Junge blieb unverletzt, er wurde zu Verwandten gebracht, konnte aber noch immer nicht befragt werden“, sagte Staatsanwältin Kress. Er gilt als Augenzeuge der Tat.

Dana R. war im Garten in einen Swimmingpool gesprungen, um die Flammen an ihrem Körper zu löschen. Feuerwehrleute fanden sie mit schwersten Brandverletzungen hinter dem Haus. Sie war nicht mehr ansprechbar und musste zunächst von einem Notarzt stabilisiert werden. Ein Rettungshubschrauber brachte sie schließlich in das auf Brandverletzungen spezialisierte Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) in Marzahn. „90 Prozent ihrer Haut sind verbrannt“, sagt Staatsanwältin Kress.

„Bei so großflächigen Verbrennungen besteht Lebensgefahr“, erklärte UKB-Sprecherin Angela Kijewski am Donnerstag. Betroffen von den Verletzungen seien Rücken, Oberkörper und Gesicht von Dana R. Das Brandopfer sei in ein künstliches Koma versetzt worden. „Die Frau wird intensiv-medizinisch betreut“, so die UKB-Sprecherin. Auch die Lunge von Dana R. sei durch eine Rauchgasvergiftung geschädigt worden.

Seelsorger bei Verwandten

Die Nachbarn zeigten sich geschockt von der Tat. Das Paar soll erst im vergangenen Jahr geheiratet haben und war im Februar dieses Jahres mit den beiden Kindern in das Einfamilienhaus gezogen. Streit habe man nicht bemerkt, so eine Nachbarin. „Es war eigentlich alles ganz harmonisch. Am Wochenende saßen sie noch im Garten“, sagte sie.

Die Kinder, der siebenjährige Sohn und eine 16-jährige Tochter, sollen aus einer früheren Beziehung der Frau stammen. Die Eltern der schwer verletzten Dana R. und der leibliche Vater des Sohnes wohnen ebenfalls in der Siedlung – gleich in der Nachbarschaft.

Ein Seelsorger kümmerte sich nach der Tat um sie.