Berliner sind zum Gießen aufgerufen.
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BerlinWochenlang hat es kaum geregnet. Trockenheit und warme Temperaturen setzen den Berliner Stadtbäumen zu. Alle Bürger sind deshalb aufgerufen, die Bäume an den Straßen und Plätzen zu gießen. Nachdem schon der Bezirk Lichtenberg einen Gießaufruf gestartet hatte, schließen sich weitere Bezirke an. Der Nabu warnt vor einem Baumsterben.

An den Berliner Straßen stehen 430.000 Bäume. Sie mussten in den Hitze-Sommern 2018 und 2019 schon viel verkraften. Eine weitere Dürreperiode wäre ein ernstes Problem. Dabei könnte die Baumrettung so einfach sein, sagte Nabu-Geschäftsführerin Jutta Sandkühler zum „Tag des Baumes“ am Sonnabend.

Schon ein paar Gießkannen Wasser pro Tag würden den Unterschied ausmachen, so Sandkühler. Viele Berliner hätten jetzt in der Corona-Krise mehr freie Zeit. Deshalb müsse die Devise lauten: Ran an den Wasserhahn!

Die Bezirke Marzahn-Hellersdorf, Pankow und Tempelhof-Schöneberg rufen die Bürger ebenfalls zum Gießen auf. „Wichtig ist es, vor allem die jungen Bäume zu wässern“, sagt Nadja Zivkovic (CDU), Wirtschaftsstadträtin von Marzahn-Hellersdorf. Nur mit vereinten Kräften werde es gelingen, größere Schäden zu vermeiden und die Bäume durch den Sommer zu bringen. Vollrad Kuhn (Grüne), Stadtrat in Pankow, schätzt die optimale tägliche Versorgung pro Baum auf zwei bis vier Eimer Wasser. Das sind 20 bis 40 Liter.

Die Bürger sollen beim Gießen helfen, weil die Grünflächenämter der Bezirke angesichts der Trockenheit nicht mehr alles alleine schaffen. Die Senatsverwaltung für Umwelt hat aber auch die Bezirke aufgerufen, selbst mehr zu tun – und zusätzliches Geld für die Bewässerung einzusetzen. Allein im Jahr 2020 stehen laut Senat zusätzliche 22 Millionen Euro für mehr Grünflächenpflege und für Neupflanzungen bereit. Zudem könne die BSR mit Bewässerungsleistungen beauftragt werden.

Stadträtin Christiane Heiß (Grüne) aus Tempelhof-Schöneberg betont, dass die Straßenbäume nicht nur für das Erscheinungsbild der Stadt wichtig sind. „Sie verbessern durch Sauerstoffproduktion, CO2 -Bindung, Staubfilterung, Lärmdämmung und Schattenbildung nachhaltig das Stadtklima“, sagt Heiß.