Berlin - Elfi Jantzen, Spitzenkandidatin der Grünen in Charlottenburg-Wilmersdorf, kann ihre Freude kaum verhehlen. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt sie. Seit vergangener Woche haben SPD und Grüne im Bezirk über die Bildung einer Zählgemeinschaft verhandelt. Das ist ein Bündnis von Fraktionen in erster Linie zur Wahl des Bezirksbürgermeisters. Dieser wird in Charlottenburg-Wilmersdorf voraussichtlich Reinhard Naumann heißen und von der SPD kommen. Denn anders als im Landestrend wird es im westlichen City-Bezirk Rot-Grün geben – vorausgesetzt, die Gremien beider Parteien stimmen am 21. Oktober dem zu, was bislang verhandelt wurde.

Über die gleiche Farbenkombination wird derzeit auch in Tempelhof-Schöneberg debattiert. Am Dienstag hat dort die Mitgliederversammlung der Bündnisgrünen beschlossen, mit den Sozialdemokraten Gespräche aufzunehmen. Laut Bezirkschef Jürgen Roth soll die erste Verhandlungsrunde in der nächsten Woche beginnen. „Aber wir schließen auch andere Optionen noch nicht aus“, sagt Roth.

Schwarz-Grüne Bündnisse möglich

Ob es auch in Spandau zu Rot-Grün kommt, damit dort nach langer CDU-Regentschaft ein SPD-Bürgermeister gekürt werden kann, ist offen. Die Gespräche dauern noch an. Weitergepokert wird auch im Regierungsbezirk Mitte, wo die frühere Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer Spitzenfrau der Grünen ist. Noch ist unklar, ob sie oder der bisherige Amtsinhaber von den Sozialdemokraten, Christian Hanke, das Rennen macht. CDU, SPD und Grüne verhandeln – am heutigen Freitag und am Montag.

Währenddessen sieht es so aus, dass sich nach Steglitz-Zehlendorf auch in Reinickendorf ein schwarz-grünes Bündnis bilden könnte: Dort haben CDU und Grüne in den vergangenen zwei Wochen bereits intensive Gespräche geführt. Am 20. Oktober wollen die Grünen, am 24. Oktober die CDU darüber entscheiden, ob sie künftig zusammenarbeiten werden.

In Lichtenberg deutet sich zwar ein Wechsel an, doch entschieden ist noch lange nichts: Zwar verhandeln SPD, CDU und Grüne über die Bildung einer Zählgemeinschaft, von Beschlüssen kann aber keine Rede sein. Erst am 25. Oktober ist mit einer Einigung zu rechnen. Sollte Rot-Schwarz-Grün zustande kommen, kämen die Linke und ihre bisherige Bezirksbürgermeisterin Christina Emmrich nicht zum Zuge, obwohl die Linke bei den Wahlen am 18. September die meisten Stimmen erhielt. Bezirksbürgermeister würde dann Andreas Geisel (SPD) – bislang Vizebezirksbürgermeister und Baustadtrat.

In Marzahn-Hellersdorf wird die CDU am Montag entscheiden, ob sie sich einer Zählgemeinschaft von SPD und Grünen zur Wahl des Sozialdemokraten Stefan Komoß anschließt. Dieser hat schon für den Dienstag Bündnis-Verhandlungen anberaumt.