Mit einer gemeinsamen Handbewegung haben Investoren und Politiker am Donnerstag das Bikini-Haus an der Budapester Straße eröffnet. Es war innerhalb von dreieinhalb Jahren unter strengen Denkmalschutzauflagen umgebaut worden. Jürgen Büllesbach und Kai-Uwe Ludwig von der Bayerischen Hausbau sowie Bundesbaustaatssekretär Florian Pronold und Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (beide SPD) arbeiteten beim Drücken des großen roten Knopfes vorbildlich synchron – und schon gab’s Krach: Eine Band heizte den Hunderten Neugierigen ein. Das Publikum hatte hinter Absperrgittern darauf gewartet, die Concept Mall des Bikini Berlin, wie sich das Einkaufszentrum für Design und Mode nennt, kennenlernen zu dürfen.

Doch zunächst gab’s Reden. Kai-Uwe Ludwig von der Bayerischen Hausbau lobte sein Haus sehr, sprach vom „zarten Pflänzlein Innovation“ und „Qualität zum Kreischen“ und schloss mit der Aussage: „Heute können wir alle sagen: Ich bin ein Berliner – und das ist schöner, als jemals zuvor.“ Eine Nummer kleiner formulierte es Bezirksbürgermeister Naumann, der daran erinnerte, dass es rund um den Breitscheidplatz ein „Engagement von Köpfen“ gegeben habe, „als die City West noch niedergeredet wurde.“

Im Publikum war die Vorfreude spürbar. Der Moderator der Eröffnung hatte sich willkürlich einige Gesprächspartner geschnappt. Ein älterer Herr erzählte, er sei bis kurz vor dem Mauerfall Stadtführer in der City West gewesen. Was er denn seinen Kunden über das damalige Bikini-Haus erzählt habe, wollte der Moderator wissen. „Nichts“, sagte der Mann, „es gab ja nichts zu erzählen“. Heute aber freue er sich auf das neue Haus.

„Beeindruckt“ zeigte sich nach einem ersten Blick Besucher Friedrich Vopel aus Spandau. Er war zufällig vorbeigekommen. Sein erster Gang durch die Mall endete am Zoofenster, das einen Blick auf den Pavianfelsen freigibt. „Dieser Blick ist das Großartigste“, sagte Vopel. Doch auch die Architektur der 200 Meter langen Halle mit ihrem grünen Stahlfachwerk hatte es ihm angetan. „Die Mischung aus Licht, Kraft und auch Protzigkeit ist schon schön.“

Elisabeth Karsten erzählte, sie wohne „schon ewig“ in der Nähe und sei schon lange gespannt gewesen auf das neue alte Haus. Sie hatte es sich auf einer der Bänke mit verstellbarer Rückenlehne auf der neuen Terrasse bequem gemacht und genoss vor allem zwei Dinge: Das tolle Wetter und die schöne Aussicht auf den Zoo. Zwar fürchte sie, das Ladenangebot sei „wohl eher was für Hipster“, aber die Terrasse sei toll.

Am Rande wurde bekannt, dass die Terrasse nun doch nicht 24 Stunden lang geöffnet sein wird. Aus Sicherheitsgründen werde sie nach Mitternacht geschlossen, hieß es.