S-Bahnen und Regionalzüge sind pünktlicher geworden. Das geht aus der jüngsten Bilanz des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) hervor. Doch aus Sicht der Fahrgäste bleiben weiterhin Wünsche offen. Allerdings sind nicht immer die Zugbetreiber schuld daran, dass Reisende zu spät ans Ziel kommen. Auch Störungen an den Bahnanlagen sowie immer mehr Notarzt- und Polizeieinsätze bringen den Zugbetrieb durcheinander, hieß es.

Im November des vergangenen Jahres wurden 92,1 Prozent aller S-Bahn-Fahrten als pünktlich gemeldet, geht aus der Bilanz hervor. Das bedeutet, dass die Züge exakt nach Plan oder um weniger als vier Minuten verspätet verkehrten. Im Vergleich zu Oktober verbesserte sich die Quote um 0,8 Prozentpunkte. „Nach dem starken Rückgang im Vormonat ist damit wieder ein leichter Anstieg zu verzeichnen“, stellte der Verkehrsverbund fest.

Zum Teil waren es hausgemachte Probleme innerhalb des Bahnkonzerns, die bei der S-Bahn zu Verspätungen führten. So wurden Bauarbeiten in Schöneweide „nicht in hinreichendem Maße im Fahrplan berücksichtigt“, bemängelte der VBB. Folge war, dass es auf den sechs S-Bahn-Linien im Südosten Berlins regelmäßig Verzögerungen gab. Wie schon öfter sorgten Weichenstörungen in Neukölln für Beeinträchtigungen. Auch die Dauer-Signalstörungen im Nord-Süd-Tunnel hätten sich negativ ausgewirkt. Sie wurden inzwischen behoben.

Es gebe aber auch Störungen, die nicht von Bahnleuten, sondern von anderen verursacht werden, so der Verbund. Deren Anteil „bleibt weiterhin vergleichsweise groß“. Dazu zählen Einsätze von Polizisten sowie Notärzten und Rettungskräften.

Problemstrecke RE 2

Auch die Regionalzüge in Berlin und Brandenburg verkehrten im November pünktlicher, teilte der Verkehrsverbund mit. Im Vergleich zum Monat davor erhöhte sich die Quote um 2,3 Prozentpunkte auf 86,8 Prozent. Bei den Regionalzügen wird eine Fahrt dann noch als pünktlich gewertet, wenn die Verspätung unter fünf Minuten bleibt.

„Auffällige Verspätungen traten insbesondere auf den Linien RE 1, RE 2, RE 3, RE 7 und RB 22 auf“, hieß es. Damit sind unter anderem Fahrgäste von Berlin nach Potsdam, Frankfurt (Oder), Cottbus, Wismar, Dessau und zum Flughafen Schönefeld betroffen. Die Linie RE 2 (Cottbus–Wismar) hat es schon mehrmals zu einer besonderen Erwähnung in der Verspätungsstatistik geschafft. Die Industrie- und Handelskammer Cottbus und der Fahrgastverband Pro Bahn wollen in dieser Woche ein Konzept vorstellen, wie dort der Betrieb endlich zuverlässiger werden könnte.

Ein Weichenschaden im Bahnhof Friedrichstraße sei an vielen Verspätungen schuld gewesen, stellte der Verkehrsverbund fest. Aber auch im Regionalverkehr gab es Einflüsse durch Dritte. So mussten in Oranienburg Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg beseitigt werden.

Auf Anfrage des Piraten-Abgeordneten Gerwald Claus-Brunner hat der Senat aufgelistet, wie pünktlich die U-Bahn- und Straßenbahnlinien bedient wurden. Spitzenreiter war die U 4 (Nollendorfplatz– Innsbrucker Platz), wo von Januar bis Ende Oktober des vergangenen Jahres fast 99,7 Prozent der Züge als pünktlich registriert wurden. Auf der U 1 (Warschauer Straße–Uhlandstraße) betrug die Quote 95,4 Prozent, auf der U 5 (Hönow–Alexanderplatz) knapp 98,6 Prozent.