Als Kartenspielmuffel, den schon ein paar Runden Quartett oder Mau Mau mit der Enkelin ermüden, bleibt es der Verfasserin dieser Zeilen ein Rätsel, wie man das französische Algèbre de l’hourloupe zu spielen hat. 52 Spielkarten liegen im Karton. 52 Mal ein abstrakt-expressiv gestaltetes Kartenblatt in den Farben Rot und Blau mit Weiß auf schwarzem Grund, das Motiv so dynamisch wie wuchtig, so witzig wie grotesk, ganz anders, als die biederbildlichen 32 Spielkarten des deutschen Skats mit Bube, Dame, König, Ass, Schelle, Eichel, Grün, Herz.

Apropos Herz, in wackligem Umriss und simpel gestreift, wie von einem Kind gemalt, gibt es das auch bei Algèbre de l’hourloupe, jedenfalls auf den diesbezüglichen Spielkarten von Jean Dubuffet, 1968, die jetzt in der Berliner Kunstbibliothek zu sehen sind, neben 200 anderen grafischen Kostbarkeiten des Franzosen. Dubuffet, geboren 1901 in Le Havre, gestorben 1985 in Paris, war Maler, Bildhauer, Collagekünstler und als solcher prominenter Vertreter der Nachkriegsmoderne. Und er mochte das Kartenspiel.

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