Berlin - Die Eltern der Paul- und Charlotte-Kniese-Schule in Lichtenberg sind empört. Bisher lernten an ihrer Schule behinderte, vor allem sehbehinderte Kinder gemeinsam mit nichtbehinderten Schülern. Nun plant die Schulverwaltung aufgrund einer neuen Regelung, dass bei den Anmeldungen im Februar für die siebten Klassen keine nichtbehinderten Schüler mehr aufgenommen werden sollen.

Das sei absurd, betonen die Eltern nun in einem offenen Brief. Denn der Senat will gerade für ganz Berlin die Inklusion umsetzen. Das heißt: Behinderte und nichtbehinderte Kinder sollen gemeinsam unterrichtet werden. Möglichst alle Kinder mit Behinderung sollen eine Regelschule besuchen. Die Kniese-Schule hatte gerade erst beantragt, eine „Inklusive Schwerpunktschule“ zu werden.

Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) will erst abwarten, welche Vorschläge der Beirat für Inklusion im Frühjahr macht. Klar ist inzwischen, dass der bisherige Schulrat Mario Dobe künftig in einer Projektstelle der Bildungsverwaltung die weiteren Details regeln soll. Dobe soll ermitteln, wie viel zusätzliches Geld das neue Inklusionskonzept erfordert und wie es rechtlich umgesetzt werden soll.