Berlin. Der dänische Regisseur Bille August hat mit der Bestsellerverfilmung «Nachtzug nach Lissabon» bewusst keinen politischen Film machen wollen. «Es ist die Geschichte eines Mannes mit einem eintönigen, langweiligen Leben, der plötzlich zu der Suche nach seiner eigenen Identität aufbricht», sagte August am Mittwoch bei der Berlinale. «Dabei erfährt man auch etwas über die Geschichte Portugals, aber das ist nicht der Kern.» Der Film erzählt vom Widerstand gegen Salazars Diktatur.

Der britische Oscar-Preisträger und Hauptdarsteller Jeremy Irons sagte, ihn habe die Buchvorlage von Pascal Mercier sehr berührt. «Ich habe versucht, dieses Gefühl mit meiner Figur rüberzubringen.» Seine Leinwandpartnerin Martina Gedeck gefiel besonders, dass sie ein portugiesisch gefärbtes Englisch sprechen sollte. «Das brachte so eine Unsicherheit, so ein Anfängertum, das ich persönlich sehr gern mag», sagte sie. «Durch den Akzent entsteht so etwas Fremdes - fast wie ein Gesang.» (dpa)