Auf dem Tempelhofer Feld spricht ein Polizist Parkbesucher an.
Foto: Eric Richard

BerlinDie Osterfeiertage werden zur besonderen Herausforderung: für die Bürger der Stadt und auch für die Polizei, die mit Hunderten Beamten die Einhaltung der Kontaktbeschränkungen überwachen wird. Der Deutsche Wetterdienst sagt für Berlin und Brandenburg Sonnenschein und bis zu 21 Grad Celsius voraus.

Bei dem schönen Wetter dürfte es nur wenige Menschen in ihren Wohnungen halten. Doch genau das fordert die Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus. Laut Paragraf 14 hat man sich ständig in seiner Wohnung aufzuhalten. Es folgen allerdings zahlreiche Ausnahmen wie „Bewegung an frischer Luft“, bei der ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen einzuhalten ist, sofern sie nicht im eigenen Haushalt leben.

Die Polizei wird an den Osterfeiertagen in Grünanlagen und an Ausflugszielen unterwegs sein, um all jene anzusprechen, die sich nicht an die Abstandsregeln halten. „Wir planen momentan mit einer Größenordnung von 500 bis 600 Kolleginnen und Kollegen“, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag. „Wir wissen um die Besonderheit des Osterwochenendes und setzen weiterhin auf die Vernunft der Berlinerinnen und Berliner.“

855 Läden durch die Polizei in Berlin dicht gemacht

Bereits am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag hatte die Polizei stadtweit die Einhaltung der Eindämmungsverordnung überprüft. Tagsüber kontrollierten rund 250 und in der Nacht etwa 150 Beamte  21 Objekte. Zudem seien 302 Personen im Freien überprüft worden, teilte die Behörde mit. Die Polizisten schrieben acht Straf- und 93 Ordnungswidrigkeitsanzeigen. Seit dem 14. März, als die erste Verordnung in Kraft trat,  kontrollierte die Polizei damit insgesamt 2.185 Läden und Lokale und überprüfte 4.661 Personen im Freien. In 855 Fällen ordnete sie die sofortige Schließung von Geschäften an.

Unterdessen stellten Forscher der Humboldt-Universität fest, dass die Mobilität in Deutschland, und speziell in Berlin wieder zunimmt. Es könne sein, „dass die Menschen wieder etwas laxer werden in ihrem Verhalten“, hieß es. Dementsprechend setzte schon am Gründonnerstag eine kleine Ausreisewelle ein.

Das Adlergestell in Treptow: Schon am Donnerstagvormittag fuhren viele Autos in Richtung Stadtgrenze.
Foto: Eric Richard

Berlins Ausfallstraßen waren voll mit Autos, die ins Berliner Umland unterwegs waren. Gleichwohl erwartet der ADAC zum ersten Mal keine Staus. „An allen fünf Tagen dürften die Autobahnen weitgehend frei sein“, schreibt der Club auf seiner Internetseite.