Auf dem Grundstück im Wald wird seit Tagen nach Munition gesucht.
Foto: Berliner Zeitung/Markus Wächter

PotsdamAm Wochenende ist auf dem Gelände der künftigen „Gigafactory“ des US-Elektroautobauers Tesla bei Grünheide (Oder-Spree) Altmunition aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich gemacht worden. „Die Sprengung der ersten sieben gefundenen Fliegerbomben US-amerikanischer Herkunft erfolgte am vergangenen Sonntag“, teilte die Potsdamer Staatskanzlei am Mittwoch mit. Es sei nicht ausgeschlossen, dass weitere Blindgänger gefunden werden.

Insgesamt wurden bei der Auswertung von alten Luftbildern der Alliierten 250 Bombentrichter gefunden. US-Flieger hatten im Zweiten Weltkrieg über dem Gebiet östlich von Berlin jene Bomben abgeworfen, die nach Bombardements von Berlin übrig geblieben waren. Es wird mit bis zu zehn Prozent Blindgängern gerechnet.

Unterdessen ist auch der Kaufvertrag zwischen Tesla und dem Land Brandenburg notariell beurkundet. Das wurde in der dritten Sitzung der Tesla-Task Force in der Potsdamer Staatskanzlei bekannt gegeben. Damit ist ein etwa 300 Hektar großes Grundstück in der Nähe von Grünheide nun fast Eigentum einer extra gegründeten Brandenburger Tesla-Tochterfirma.

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Kaufpreis von 41 Millionen Euro wird geprüft

Der Kaufpreis liegt wahrscheinlich bei 40,91 Millionen Euro. Beide Seiten haben vereinbart, dass Tesla auch mehr zahlt, wenn ein in dieser Woche in Auftrag gegebenes unabhängiges Wertgutachten zu einem anderen Ergebnis kommt. Den bisherigen Preis hatte der Landesbetrieb Forst für den Wald ermittelt.

Erst nach dem zweiten Gutachten und der Zahlung des Kaufpreises wird der Besitzübergang ins Grundbuch eingetragen und damit endgültig rechtskräftig. Wie die Staatskanzlei mitteilte, wurde der Vertrag bereits am Montag in Berlin notariell beglaubigt.

Zuvor hatte der Haushaltsauschuss des Potsdamer Landtags und der Tesla-Vorstand dem Deal zugestimmt. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte: „Dies ist ein weiterer bedeutender Schritt, damit dieses für Brandenburg wichtige Industrieprojekt gelingen kann. Vor allen Beteiligten steht jedoch noch ein großes Stück Arbeit.“

159 Hektar Forst werden abgeholzt

Derzeit wird auf dem Gelände weiter nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht. Dann sollen noch vor Beginn der Vegetationszeit im März dort 159 Hektar Kiefernforst gefällt werden. Einige lokale Umweltgruppen und Bürgerinitiativen wehren sich gegen die Abholzung und fürchten massive Probleme mit dem Grundwasser in der Region.

Tesla will bis zu vier Milliarden Euro investieren, bis zu 9000 Arbeitsplätze schaffen und in der Werkhalle ab 2021 bis zu 500.000 Elektroautos im Jahr produzieren.