Berlin -  Als Berlin im Januar 1871 Reichshauptstadt wurde und mit dem Deutschen Reich eine neue Großmacht in der Mitte Europas entstand, bemerkte das in der Stadt kaum jemand und nur wenige hatten erfasst, in welch grundstürzendem Ausmaß dieses Ereignis das Leben beeinflussen würde. Niemand zog jubelnd und Hüte werfend durch die Straßen, als am 1. Januar mit Inkrafttreten einer neuen Verfassung das neue Reich gegründet war; niemand wand Kränze, als am 18. Januar, heute vor 150 Jahren, aus dem Preußenkönig Wilhelm I. der Deutsche Kaiser wurde. 

Die Leute bekamen es schlicht nicht mit, denn die Kaiserproklamation fand vor den Toren von Paris statt, im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles. Stärker konnte man die Franzosen nach der Niederlage im deutsch-französischen Krieg nicht demütigen als durch die Wahl eines ihrer heiligsten Orte zur Erhebung eines Hohenzollernkaisers.

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