Potsdam/Berlin - Blitzeis hat auf Berlins Straßen und Gehwegen zu zahlreichen Unfällen geführt. Fußgänger stürzten am Montagmorgen auf spiegelglattem Boden, Autos krachten ineinander, Radfahrer konnten sich oft nicht mehr halten. Die Feuerwehr rief um 9 Uhr für den Rettungsdienst den Ausnahmezustand aus.

Die Besatzungen von drei Löschwagen wechselten auf neun zusätzliche Rettungswagen. Bis 12 Uhr, so der Deutsche Wetterdienst, sollten die Menschen möglichst zu Hause bleiben. Inzwischen ist die Unwetterwarnung aufgehoben worden.

Die glatten Straßen hatten im Unfallkrankenhaus Berlin für einen Patientenansturm gesorgt. „Die Feuerwehr hat die Verletzten auch in Löschzügen vorbeigebracht, weil sie nicht mehr genug Rettungswagen hatte“, sagte Sprecherin Angela Kijewski. Innerhalb von zwei Stunden seien 41 Menschen nach Stürzen oder Unfällen eingeliefert worden. Manche hätten vor Schmerzen geschrien.

„Es gab Hüftbrüche und ausgekugelte Hüften. So etwas tut höllisch weh“, ergänzte Kijewski. Der jüngste Patient sei 14, der älteste 93. Die Ärzte behandelten neben vielen Brüchen auch Sprunggelenksverletzungen, Bänderdehnungen und Platzwunden am Kopf. In der Regel werden sonst rund 90 Patienten pro Tag in die Klinik gebracht.

In einer Stunde registrierte 660 Einsätze, das sind 300 mehr als an gewöhnlichen Tagen. Der Ausnahmezustand war erst einmal bis 12 Uhr geplant. Es werden alle Krankenhäuser angefahren, die über Rettungsstellen verfügen. „Teilweise gingen drei Notrufe pro Minute ein“, sagte der Feuerwehrsprecher.

In der Vincent-van-Gogh-Straße im Lichtenberger Ortsteil Hohenschönhausen wurde eine 82 Jahre alte Frau lebensbedrohlich verletzt. Sie war beim Überqueren der Fahrbahn bei Grün ausgerutscht und gestürzt. Ein Notarzt brachte die Seniorin in das Unfallkrankenhaus Marzahn.

Zusätzliche Kräfte von Freiwilligen Feuerwehren seien alarmiert worden, derzeit würden Kollegen auch mit Löschfahrzeugen zur Notversorgung Verletzter eilen. Bei der Berliner Polizei wurden allein zwischen 8 und 9 Uhr 108 Verkehrsunfälle gemeldet. Es seien überwiegend Blechschäden, so ein Sprecher.

Insbesondere im Osten Brandenburgs gab es zahlreiche Unfälle im Berufsverkehr. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Mittag die Unwetterwarnung für den Osten Brandenburgs aufgehoben. Der gefrierende Sprühregen habe nachgelassen, sagte ein Meteorologe. Örtlich könne es aber noch Glatteis geben. Es bleibt weiter kalt. Am Montagmorgen hatte der DWD eine Unwetterwarnung für die Landkreise Barnim, Märkisch-Oderland, Oberhavel und Uckermark herausgegeben. Blitzeis sorgte im Berufsverkehr für zahlreiche Unfälle. Die Feuerwehr musste Fußgängern und Radfahrern nach Stürzen helfen.

„Seit sechs Uhr früh hatten wir bereits mehr als 60 Verkehrsunfälle durch Blitzeis“, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Ost. Betroffen waren vor allem die Landkreise Barnim, Märkisch-Oderland und die Region Frankfurt (Oder). Dabei wurden sieben Menschen verletzt.

Auch am Autobahndreieck Waltersdorf im Süden Berlins kam es am Vormittag zu zahlreichen Verkehrsunfällen. Die Feuerwehren der Regionalleitstellen Oderland und Lausitz hatten nach Stürzen von Fahrradfahrern und Fußgängern ebenfalls „alle Hände voll zu tun“.

Es wurde vermutet, dass sich Autofahrer nach wochenlangem, fast frühlingshaftem Wetter nicht genügend auf die ungewohnte Situation mit gefrierendem Regen eingestellt hatten. (dpa/BLZ)