Die Berliner Polizei hat am Donnerstagmorgen mit dem „Blitzer-Marathon“ begonnen. Bis zum Freitagmorgen kontrollieren etwa 1400 Beamte an 290 Stellen in der Hauptstadt die Geschwindigkeit bei Autofahrern, wie die Polizei mitteilte. Neben stationären Kontrollen sind im Stadtgebiet 21 Videofahrzeuge im Einsatz. Trotz der Warnungen und Veröffentlichungen der Kontrollpunkte wurden schon am frühen Morgen die ersten Raser erwischt.

Am Sachsendamm fuhren mehrere Autofahrer mit mehr als 90 Stundenkilometern, obwohl nur Tempo 60 erlaubt war, wie Polizeisprecherin Heidi Vogt sagte. Auch am Mariendorfer Damm, einer Durchgangsstraße im Süden der Hauptstadt, hielt die Polizei Autofahrer an, die zu schnell gefahren waren.

Der Leiter des Bereichs Verkehr bei der Polizei, Andreas Tschisch, hatte angekündigt, man wolle eigentlich keine Temposünder erwischen, sondern hoffe, dass sich alle an die Gesetze halten. Der Polizei gehe es um die Aufklärung über die Gefahren.

Vor allem vor Schulen, Altenheimen und Kindergärten sollen die Blitzer stehen. Beim ersten bundesweiten „Blitzer-Marathon“ im Oktober 2013 hatte die Berliner Polizei trotz Ankündigung der Kontrollstellen 2746 Temposünder erwischt.

Die Einnahmen aus Verwarnungs- und Bußgeldern sind fest im Berliner Landeshaushalt einkalkuliert: Im vergangenen Jahr kassierte der Senat von den Verkehrsteilnehmern insgesamt 70,3 Millionen Euro. Davon wurden rund fünf Millionen Euro durch die 21 stationären Überwachungskameras eingespielt, die Rotlicht- oder Geschwindigkeitsverstöße dokumentieren. 12,4 Millionen nahm die Polizei bei mobilen Radarkontrollen ein.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Kontrollen zurückgegangen. Grund ist die angespannte Personalsituation bei der Polizei. An diesem Donnerstag und Freitag hat die Polizei aber alle Reserven mobilisiert.

Im August waren die Berliner aufgerufen, sich an der Einsatzplanung des diesjährigen Blitzer-Marathon zu beteiligen. Insgesamt gingen 4821 Meldungen bei der Polizei ein, wo man sich Geschwindigkeitskontrollen wünscht. Die zehn am häufigsten genannten Straßen sind: Kurfürstendamm (Charlottenburg-Wilmersdorf), Berliner Allee (Pankow), Buchholzer Straße (Pankow), Heerstraße (Spandau), Eichborndamm (Reinickendorf), Brunsbütteler Damm (Spandau), Bülowstraße (Tempelhof-Schöneberg), Mariendorfer Damm (Tempelhof-Schöneberg), Landsberger Allee (Lichtenberg, Friedrichshain-Kreuzberg), Yorckstraße (Friedrichshain-Kreuzberg).

Aber auch in anderen Straßen und Wohngebieten wird geblitzt. Die Landeskasse wird's freuen. Gleichwohl: Zu hohe Geschwindigkeit war im vergangenen Jahr im Berliner Straßenverkehr in 2938 Fällen die Hauptursache für Verkehrsunfälle. Bei mehr als jedem zweiten dieser Unfälle wurde jedoch ein Verkehrsteilnehmer verletzt, neun Personen verunglückten gar tödlich, drei mehr als im Jahr 2012.

Unabhängig von der Frage, ob die Blitzerei notwendig ist, um die Unfallzahlen zu senken oder die Landeskasse aufzubessern, gilt: Wer sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit hält, hat nichts zu befürchten. (mit dpa)

Unsere Karte zeigt Ihnen die Kontrollorte in Berlin. Die Polizei nennt nur Straßennamen, keine Hausnummern oder Kreuzungen. Es gibt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Eine Auflistung mit allen Orten, an denen geblitzt wird, finden Sie hier.