Berlin - Berliner Autofahrer sind am Dienstag eher auf die Bremse denn aufs Gaspedal getreten. Die angekündigten stadtweiten Geschwindigkeitskontrollen der Polizei haben Wirkung gezeigt. Seit Mitternacht kontrollierten Beamte mit mehr als 200 zusätzlichen Blitzern zu schnelle Fahrer im gesamten Stadtgebiet. Die Polizei zeigte sich in einer ersten Zwischenbilanz ihrer Blitzer-Aktion zufrieden.

„Die Ankündigung, auf Tempo-Sünder zu achten, hat in den Köpfen der Autofahrer dringesessen. Die Leute sind langsamer gefahren“, sagte ein Sprecher der Polizei. „Das war unser Anliegen, die Autofahrer für überhöhte Geschwindigkeit zu sensibilisieren. Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern kann zu schweren Unfällen führen.“

Die Blitzer-Aktion sollte noch bis Mitternacht fortgeführt werden. Zahlen werde die Polizei deshalb erst am Mittwoch liefern können, sagte der Sprecher. Im Einsatz waren rund 100 Polizisten mit Handlasergeräten, in sogenannten Blitzer-Wagen, die unauffällig am Straßenrand parken, und in 21 Videowagen. Trotz Vorwarnungen durch Polizei und Medien gingen den Beamten einige notorische Schnellfahrer ins Netz. Vor einer Schule in der Boelckestraße in Tempelhof blitzten die Beamten etwa innerhalb von zwei Stunden sechs Temposünder, die die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 30 km/h nicht einhielten, berichtete eine Sprecherin der Polizei. Der schnellste Fahrer wurde mit 58 Stundenkilometern gemessen.

Über die Straße des 17. Juni raste in den frühen Morgenstunden ein Autofahrer mit 87 statt 50 Stundenkilometern. Einige Temposünder zeigten gleich Einsicht. Ein zerknirschter Porschefahrer twitterte: „Ich war zu schnell, die Stadt braucht Geld, alles ist gut.“

Zu schnelles Fahren war 2012 in Berlin laut Polizei die Hauptursache für 3 480 Unfälle – sechs Menschen starben dabei. Die Zahl solcher Unfälle stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um rund 15 Prozent. (dpa)