So sehen Bettwanzen aus. Sie lieben das Blut von Menschen.
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BerlinEin Bekannter kam aus Südamerika nach Berlin zurück. Er ist ein Freund von Wanderurlauben und hatte  mehrere Länder bereist. Er steht auf einsame Hütten am Strand oder in den Bergen. Als er diesmal zurückkehrte, war alles anders  als sonst. Er war nicht so gesprächig.  

Er kratzte sich ständig an den Armen und am Hals. Seine Haut im Gesicht war auch mehr rot als braun. Irgendwie fühlte er sich  nicht so wohl. Das merkte man. Und immer wieder kratzte er sich. Ihn musste es unglaublich jucken.  Alsbald ging er zum Arzt. Der kontrollierte seinen Oberkörper und entdeckte  rote zum Teil blutende Stellen, die aussahen wie aufgekratzte Mückenstiche. Sie waren mit fast gleichen Abständen über den Oberkörper verteilt. Der Arzt brauchte nicht lange, um sein Leiden zu diagnostizieren.

Bettwanzen eingefangen in Mittelamerika

Der Bekannte hatte sich Bettwanzen eingefangen, irgendwo in Mittelamerika.  Bettwanzen sind Blutsauger. Sie sind nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie  sich in trockenen Verstecken.  Das Ungeziefer ernährt sich von Menschenblut. Die Wanze an sich trifft sich gern mit Artgenossen. Zusammen ziehen sie dann los, vom menschlichen Geruch angezogen. Die Wanzen sind unempfindlich gegen Kälte und können bis zu 40 Wochen ohne Nahrung auskommen, habe ich gelesen. Also ideal für eine lange Reise.

Der Bekannte war sie zunächst nicht wieder losgeworden und hatte sie  von seiner Reise  mitgebracht.  Möglicherweise im Rucksack, denn extra geschützt hatte er ihn nicht. Der Arzt schrieb ein Rezept aus und wünschte ihm gute Besserung.  Wie immer in solchen Fällen konnte er sich anschließend vor Ratschlägen nicht retten.

Gründliche Durchsuchung

Die Auswahl reichte von irgendwelchen Hausmitteln bis zur Empfehlung, einen Kammerjäger zu engagieren. Andere rieten ihm zu einem neuen Bett, wieder andere sprachen von Wanzenfallen und Handschuhen, um die Wunden nicht aufzukratzen. Ich weiß nicht, was er letztendlich getan hat. Ich habe auch reagiert und jede Matratze und jedes Kissen in meiner Wohnung umgedreht.

Außerdem bin ich mit einer Taschenlampe auf Pirsch gegangen. Gott sei Dank habe ich keinen dieser Plagegeister aufgeschreckt. Dennoch musste eine neue Matratze her.  Auch von den alten Kissen ist keins mehr da. Und noch etwas hat der Bericht des Bekannten bei mir bewirkt: Immer wenn ich an ihn denke, fängt es an zu jucken.