Eigentlich sollte die Party bis zwei Uhr morgens gehen, doch während des Live-Sets von Âme war gegen Mitternacht Schluss: Am Mittwoch wurde die weltweit bekannte Partyreihe "Boiler Room", die diesmal in der Audi City am Kurfürstendamm gastierte, vorzeitig beendet. Die DJs schrieben danach auf Facebook, sie hätten sehr gerne aufgelegt - wenn man sie gelassen hätte:

Warum plötzlich Schluss mit der Party in Charlottenburg war, ist unklar.

In einem Video auf der Facebook-Seite des Boiler Rooms (siehe oben) ist zu sehen, wie Veranstalter Michail Stangl die Veranstaltung für beendet erklärt: "It's over. (...). This is the very first boiler room to be shut down by the police in Berlin" - es sei das erste Mal, dass in Berlin ein Boiler Room von der Polizei beendet werde.

Im Hintergrund ist ein Mann zu hören, der offenbar Polizist ist. Er fragt, wo man den Stecker ziehen müsse. Dann geht die Musik aus. 

Polizei: haben die Party nicht aufgelöst

Auch im Netz ist auf mehreren Seiten die Rede davon, dass die Polizei die Veranstaltung aufgelöst habe. Das weist ein Polizeisprecher auf Anfrage der Berliner Zeitung jedoch zurück.

Gegen 23.25 Uhr habe ein Anwohner wegen Ruhestörung  die Polizei gerufen. Die Beamten seien daraufhin zur Audi City an den Kurfürstendamm gefahren und hätten die Veranstalter gebeten, die Musik leiser zu machen. "Dieser Bitte ist der Veranstalter nachgekommen", sagte der Polizeisprecher. Danach sei der Einsatz für die Beamten beendet gewesen. "Ob die Veranstaltung beendet wurde oder nicht, ist uns nicht bekannt", so der Sprecher weiter. Dies sei Sache des Veranstalters.

Der Boiler Room ist eine legendäre weltweite Partyreihe. Dabei handelt es sich um von prominenten DJs organisierten Programme, die im Internet übertragen werden. Vor Ort ist immer nur ein relativ kleines Publikum. Karten gibt es nicht zu kaufen, nur, wer auf der Gästeliste steht, kann direkt mitfeiern.

Neben London, Los Angeles oder New York gibt es auch in Berlin seit 2011 regelmäßig Boiler Rooms.  Zunächst fanden die Veranstaltungen im Stattbad Wedding statt, mittlerweie wechselt die Location von Party zu Party. Die Idee kommt ursprünglich aus London.