Abuja - Es ist zweifellos ein Grund zur Freude – auch wenn der Jubel von einer ganzen Reihe von Einschränkungen begleitet wird. Die nigerianische Extremistenorganisation Boko Haram hat jetzt einen weiteren Teil der vor drei Jahren entführten Mädchen aus Chibok freigelassen: Nachdem im vergangenen Oktober bereits 21 der mehr als 200 gekidnappten Abiturientinnen freikamen, sind es diesmal fast viermal so viele, nämlich exakt 82.

Die erste Einschränkung: Noch immer befinden sich mehr als 100 Mädchen in den Händen der Extremisten – wie viele von ihnen noch am Leben sind, ist nicht bekannt. Viele der Mädchen werden vermutlich auch schwanger sein oder bereits Kinder geboren haben: Das Trauma ihrer Gefangenschaft wird sie also ihr Leben lang begleiten.

So viele Informationen wie möglich

Hinzu kommt, dass die Schülerinnen vermutlich erst mal in eine weitere Gefangenschaft wandern. Sie werden von den Sicherheitskräften in den kommenden Monaten nämlich unter Verschluss gehalten werden.

Denn die Behörde fürchten, dass die christlichen Mädchen einer Gehirnwäsche unterzogen worden sein könnten und man ihn erst einmal nicht vertrauen kann. Zumindest aber wollen die Geheimdienstler so viele Informationen wie möglich aus den Mädchen pressen: Ihre Qual ist also noch lange nicht zu Ende.

In der Hand der quasi-religiösen Killer

Schließlich musste die Regierung in Abuja zum Austausch gegen die Geiseln zwei Kommandanten der Extremisten freilassen und womöglich noch eine erhebliche Geldsumme bezahlen: Die brutalen Milizionäre sind also noch einmal gestärkt worden.

Und dann darf auch nicht vergessen werden, dass es sich bei den sogenannten Chibok-Mädchen nur um die prominentesten Entführten handelt: Hunderte von anderen Jungen und Mädchen befinden sich noch immer in der Hand der quasi-religiösen Killer. Und dass sind dann doch zu viele Gründe, um tatsächlich froh zu sein.