Am Sonntag wird in Berlin-Gesundbrunnen eine Fliegerbombe entschärft. Tausende Menschen müssen dann bis zum Morgen ihre Häuser verlassen. Auch ein Krankenhaus wird vollständig evakuiert.

Bauarbeiter hatten den 250 Kilogramm schweren Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg bereits am 19. November auf dem Gelände des Jüdischen Krankenhauses an der Iranischen Straße entdeckt. Die Feuerwerker der Kriminaltechnik sicherten die amerikanische Fliegerbombe mit Wasserkissen.

Für die Entschärfung vor Ort richtet die Polizei einen Sperrkreis mit einem Radius von 500 Metern rund um die Fundstelle ein. Sie rief alle Anwohner dazu auf, bis spätestens sechs Uhr ihre Wohnungen und den Sperrkreis zu verlassen. „Zwölf- bis 15-tausend Menschen werden betroffen sein“, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag.

Im Sperrkreis liegt unter anderem auch ein Pflegeheim. Das Jüdische Krankenhaus, das schon seit Montag nur noch Patienten aufnimmt, wenn die geplante Aufenthaltsdauer 24 Stunden nicht überschreitet, wird bereits im Laufe des Sonnabends evakuiert, wie eine Kliniksprecherin mitteilte. Am Rande des Sperrkreises liegt auch das DRK-Krankenhaus, in dem nur zum Teil Gebäude geräumt werden müssen.

Der abgesperrte Bereich wird durch folgende Straßen begrenzt: im Norden durch die Residenz- und die Reginhardstraße, im Osten durch die Osloer und die Drontheimer Straße, im Süden durch die Reinickendorfer Straße und im Westen durch die See- und die Groninger Straße.

Polizei
Das ist der Sperrkreis.

Für Menschen, die eine Alternativunterkunft benötigen, haben die Bezirksämter Mitte und Reinickendorf Sammelpunkte eingerichtet: an der Osloer Straße 36–37, an der Reinickendorfer Straße, gegenüber der Hausnummern 71–73 und an der Seestraße 80. Dort soll man sich am Sonntag bis spätestens 11.30 Uhr einfinden. Shuttle-Busse bringen die Menschen dann zu den Unterkünften. Für Menschen, die positiv auf Corona getestet wurden oder in Quarantäne sind, wird es gesonderte Unterbringungsmöglichkeiten geben.

Die Bezirksämter haben eine Hotline für Betroffene eingerichtet. Sie ist noch bis Sonnabend von 9 bis 15 Uhr und am 12. Dezember von 7 bis 18 Uhr unter der Nummer: 030/ 9018 46 660 erreichbar oder per E-Mail unter bombenfund@ba-mitte.berlin.de.