Potsdam - In Potsdam ist erneut ein Blindgänger entschärft worden. Es war nach Angaben der Stadt die 194. Fliegerbombe seit der Wende. Sprengmeister Mike Schwitzke hatte am Donnerstagvormittag den mechanischen Zünder erfolgreich entfernt und gesprengt. Der Sperrkreis von 800 Metern rund um den Fundort des Blindgängers wurde am Mittag aufgehoben, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Die Fünf-Zentner-Bombe war bei der systematischen Suche auf einem Baugrundstück entdeckt worden.

Von 8 Uhr an hatten knapp 6000 Menschen ihre Wohnungen verlassen müssen. Mehr als 400 Helfer der Stadt, Polizei, Feuerwehr und dem Deutschen Roten Kreuz waren im Einsatz, um den Sperrkreis zu räumen und abzusichern. Nur ein Mann in einem Hochhauskomplex habe sich zunächst geweigert, seine Wohnung zu verlassen, sagte Stadtsprecher Jan Brunzlow. Erst die Polizei habe den Mann zum Verlassen seiner Wohnung bewegen können. Nun werde ein Bußgeld geprüft. Ansonsten habe es keine Störer im Sperrkreis gegeben, so Brunzlow.

Bahnverkehr in Potsdam für mehrere Stunden unterbrochen

In dem Bereich lagen unter anderem der Hauptbahnhof, ein Hotel, die Staatskanzlei, der Landtag, Ministerien, zwei Pflegeheime, das Freizeitbad „blu“ sowie mehrere Museen. Etwa 600 Menschen konnten nicht an ihre Arbeitsplätze.

Im Berufsverkehr kam es auf den Umleitungsstrecken rund um die Innenstadt zu Staus. Die Feuerwehr rief die Autofahrer per Twitter dazu auf, eine Rettungsgasse frei zu halten. Auch der Hauptbahnhof in Brandenburgs Landeshauptstadt war gesperrt. Die S-Bahn endete in der Station Potsdam-Babelsberg. Auch der Regionalbahnverkehr wurde in Potsdam für mehrere Stunden gestoppt. Tausende Pendler mussten in Straßenbahnen und Busse umsteigen. (dpa)