Bombe in Berlin-Moabit erfolgreich gesprengt, Sperrungen aufgehoben

Die rund 9000 Menschen rund um die Sickingenstraße können zurück in die Wohnungen und Büros. Die Ringbahn fährt wieder zwischen Beusselstraße und Westend.

Die Sprengung der Bombe verlief am Montag in Berlin-Moabit erfolgreich.  
Die Sprengung der Bombe verlief am Montag in Berlin-Moabit erfolgreich. dpa/Annette Riedl

Die Fliegerbombe in Berlin-Moabit ist kurz nach 15.00 Uhr gesprengt worden. Der Sperrkreis wurde am Nachmittag aufgehoben, wie ein Sprecher der Polizei der Berliner Zeitung sagte. Tausende Anwohner können zurück in ihre Wohnungen.

Seit 16.15 Uhr rollt die Ringbahn wieder, wie die S-Bahn auf Twitter mitteilt. Sie war am Morgen zwischen  wegen der geplanten Sperrung Beusselstraße und Westend für Stunden unterbrochen.  

Polizei Berlin: Zünder der Bombe war nicht mehr intakt

Die amerikanische 50-Kilogramm-Bombe war bei Bauarbeiten an der Sickingenstraße westlich der Beusselstraße gefunden worden. Die Polizei richtete einen Sperrkreis mit einem Durchmesser von 500 Metern ein. Etwa 9000 Menschen, die dort wohnen oder arbeiten, mussten ab Montagmorgen die Häuser verlassen. 

Die Bombe musste kontrolliert gesprengt werden, weil Bombe und Zünder stark deformiert waren. Für die Sprengung deckten die Polizeifeuerwerker die Bombe mit mehreren Wasserkissen ab. Diese wurden über Feuerwehrschläuche jeweils mit 25 Kubikmetern Wasser gefüllt. Das Wasser nimmt Druck und Hitze auf und bremst die Splitter der Bombe. Außerdem habe es Entlastungsgräben gegeben, um die Detonation der Bombe abzuschwächen.

Evakuierung verlief ohne Komplikationen

In dem Gebiet befindet sich unter anderem der Berliner Großmarkt an der Beusselstraße, der nicht beliefert werden konnte. Katrin Mertens, eine Verwaltungsmitarbeiterin des Großmarktes, erklärte, dass der normale Betrieb heute nicht stattfinden konnte, da der Großmarkt vollständig geräumt wurde. „Das ist natürlich schwierig für die Händler, wenn das alltägliche Geschäft heute ausfällt und keine Kunden kommen können“, so Mertens. 

Erschwerend kommt hinzu, dass auch zahlreiche ältere und in ihrer Gehfähigkeit eingeschränkte Menschen den Sperrkreis verlassen mussten. Die Krankentransporte koordinierte das Deutsche Rote Kreuz (DRK), beteiligt waren aber auch andere Hilfsorganisationen wie die Johanniter Unfallhilfe. 

Notunterkunft vor allem von älteren Personen genutzt

Außerdem standen Shuttlebusse bereit, die betroffene Bewohner ab 8.00 Uhr von den Sammelpunkten Beusselstraße/Rostocker Straße und Huttenstraße/Ufnaustraße zur Notunterkunft in der nahe gelegenen Waldstraße brachten. Im Gebäude des SOS Kinderdorfs Berlin-Moabit war auf zwei Etagen eine Unterkunft für die Zeit der Evakuierung eingerichtet.

Nach Angaben von Ingo Zühlke vom Bezirksamt Mitte leben viele ältere Leute in dem abgesperrten Kiez. „Besonders für ältere Menschen, die nicht einfach zu Freunden, zur Arbeit oder in Cafés ausweichen können, ist die Unterkunft hier wichtig“, sagte Zühlke.

Polizisten suchen letzte Personen, die evakuiert werden sollen. 
Polizisten suchen letzte Personen, die evakuiert werden sollen. dpa/Annette Riedl

Die Unterkunft hatte Kapazitäten für rund 180 Besucher, ansonsten gab es in einer nahe gelegenen Turnhalle in der Siemensstraße noch Platz. Man hatte den Tag für die Anwohner gut durchgeplant. Bei der Ankunft in der Einrichtung wurden alle Personen zuerst auf Covid-19 getestet, für positive Fälle stand ein Isolationsbereich zur Verfügung. 

Für Verpflegung war den ganzen Tag über gesorgt. Zühlke rechnete damit, dass die Aktion gegen 17.00 Uhr abgeschlossen sein wird. „Bis alle Menschen zurück in ihren Wohnungen sind, dauert es natürlich etwas länger.“