Jedes Ministerium hat zwar noch immer einen Dienstsitz in Bonn, doch für viele Ressorts gibt es Überlegungen oder sogar konkrete Ausbaupläne, um weitere Mitarbeiter in Berlin aufzunehmen.
Bundeseigene Flächen, die sich für Neubauten eignen, werden bewusst nicht verkauft.

Das Ministerium für Bildung und Forschung hat bereits am Kapelle-Ufer in Mitte einen Neubau erhalten, der genügend Platz bietet, um auch die derzeit noch in Bonn sitzenden Kollegen unterzubringen. Solange es keinen Beschluss für einen Komplettumzug gibt, sollen die Flächen vermietet werden.

Das Bundesbauministerium will seinen Berliner Standort erweitern. Auf einem  Grundstück zwischen Stresemannstraße, Niederkirchnerstraße und Erna-Berger-Straße in Mitte soll ein Neubau entstehen. Das Ministerium will die Belegschaft seiner drei Berliner Dienstsitze dort zusammenführen. Für die Unterbringung der Berliner Beschäftigten ist laut Ministerium aber nur die Hälfte der Neubau-Fläche nötig. Das neue Haus wäre damit also voraussichtlich groß genug, um auch die Bonner Beschäftigten aufzunehmen. 

Das Innenministerium, das erst im vergangenen Jahr einen Neubau in Berlin bezogen hat, prüft eine Erweiterung des Domizils. Denn in den Neubau, der eigentlich für Berliner und Bonner gedacht war, passten nicht mal alle Berliner. Nun wird großzügiger geplant – für weitere bis zu 350 Arbeitsplätze.

Das Arbeitsministerium errichtet derzeit einen Erweiterungsbau an der Wilhelmstraße 50 in Mitte. Dort entstehen bis 2018 auf einer Nutzfläche von 2500 Quadratmetern 94 Büroarbeitsplätze.

Für eine ministerielle Nutzung, die nicht näher bezeichnet wird, entstehen Büroflächen im Deutschlandhaus, das bis 2018 zum Ausstellungs-, Dokumentations- und Informationszentrum der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung umgebaut wird.

Für das Gesundheitsministerium sollen auf rund 12.200 Quadratmetern in einem Altbau an der Mauerstraße 29–32 in Mitte bis 2020 zirka 360 Büroarbeitsplätze entstehen. Das benachbarte Gebäude in der Mauerstraße 25-28 soll für verschiedene ministerielle Nutzungen hergerichtet werden. Insgesamt entstehen zirka 750 Büroarbeitsplätze.

Für das Auswärtige Amt wird in der Kurstraße 33-35/Ecke Kleine Kurstraße 1–2 in Mitte ein Erweiterungsbau mit 215 Büroarbeitsplätzen errichtet. Geplante Fertigstellung: im Jahr 2022.

Für das Arbeitsministerium könnten im ehemaligen n-tv-Block an der Tauben-, Glinka-, Mauer- und Mohrenstraße auf rund 9500 Quadratmetern zirka 300 Büroarbeitsplätze entstehen.

Das Entwicklungshilfeministerium könnte Flächen am Europahaus oder im ehemaligen Postblock an der Zimmer-/Ecke Wilhelmstraße in Mitte nutzen.

Für das Finanzministerium stehen ebenfalls Flächen im ehemaligen Postblock-Areal zur Verfügung. Darüber hinaus erhält das Ministerium Flächen, die jetzt noch vom Bundesrat genutzt werden.

Für das Wirtschaftsministerium könnte an der Scharnhorststraße 29–30 in Mitte ein Neubau für 270 Beschäftigte entstehen.