Berlin - Es war Punkt 6.15 Uhr, als schwer bewaffnete Einsatzkräfte der Polizei unter Führung des Landeskriminalamtes am Donnerstag eine Wohnung in Köpenick stürmten. Der Verdacht der Ermittler: Hier wohnt ein Brandstifter, der Wälder anzündet! In dieser Zeitung spricht der Mann. Und er wehrt sich mit Nachdruck gegen die Vorwürfe.

„Die Person, deren Wohnung durchsucht wurde, steht demnach im Verdacht, einen Waldbrand gelegt zu haben“, so die Polizei. Er gelte in dem Verfahren offiziell „als Tatverdächtiger“, hieß es auf Nachfrage. 

Nach Informationen der Polizisten vor Ort habe sich der Verdächtige bei einem Waldbrand vor wenigen Wochen zunächst als Zeuge angeboten, sich bei seiner Aussage dann aber in Widersprüche verwickelt.

Die Einsatzkräfte sicherten mögliches Beweismaterial, auch eine Langwaffe wurde sichergestellt. Ob es sich dabei um eine verbotene oder eine erlaubte Waffe wie etwa ein Luftdruckgewehr handelte, teilten die Beamten nicht mit. Festnahmen gab es keine. In den nächsten Tagen und Wochen müssten nun zunächst die sichergestellten Beweismittel ausgewertet werden, sagte eine Polizeisprecherin.

Razzia wegen Brandstiftung: Beschuldigter weißt Vorwürfe von sich 

Die Berliner Zeitung sprach wenige Stunden nach der Razzia mit dem 43-jährigen Verdächtigen. Er sagte, die Vorwürfe gegen ihn seien vollkommen haltlos und wären „Rufmord“. Doch wie kommt die Polizei dann auf den Mann? Dafür hat der 43-Jährige eine eigene Theorie. 

Demnach gehe er mit seinem Hund, einem Rottweiler, oft in einem nahe gelegenen Waldgebiet spazieren. Dabei lasse er seinen Hund ohne Leine laufen, weshalb es immer wieder zu Streitigkeiten mit dem zuständigen Förster komme. Zuletzt vor etwa zehn Tagen.

An diesem Tag habe er versucht, sich mit seinem Hund „hinter einem Holzstapel im Wald“ zu verstecken, als er bei seinem Spaziergang den Förster entdeckt habe. Grund für das Versteckspiel: Sein Hund sei wie immer nicht angeleint gewesen. Hinter dem Holzstapel habe er „eine stark dampfende E-Zigarette geraucht, die der Förster womöglich für den Rauch eines Feuers gehalten“ habe.

Der 43-Jährige ist nun überzeugt, dass es der Förster war, der ihn wegen den Streitereien wegen seines Hundes bei der Polizei als potenziellen Brandstifter angegeben habe. Zu dieser Zeitung sagte er wörtlich: „Man kann mir bestimmt einiges vorwerfen. Aber Brandstiftung? Niemals!“