Beamte der Bundespolizei nahmen in der vergangenen Nacht in Berlin-Mitte einen Mann fest, der einen Brandsatz auf das Bundeskanzleramt geworfen hat. Nach Angaben der Polizei überstieg der 48-Jährige gegen 2.40 Uhr zunächst das Gitter des Geländes am Bettina-von-Arnim-Ufer und warf dann einen Brandsatz auf das Gebäude. Am Tatort ließ er Flugblätter zurück, die unter anderem mit „Deutsche Widerstandsbewegung“ überschrieben waren.

Als der Mann mit einem Fahrrad flüchten wollte, nahmen ihn die Beamten fest. Der Mann wurde dem Polizeilichen Staatsschutz des Landeskriminalamtes überstellt, der die weiteren Ermittlungen übernommen hat. „Wir prüfen, ob es eventuell noch weitere Mittäter gibt“, sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf.

Die Ermittler sind zuversichtlich, dass sie den Richtigen haben, der auch in früheren Fällen Brandsätze geworfen hatte. So flogen seit vergangenem Herbst Brandsätze gegen die CDU-Bundeszentrale und den Reichstag, gegen das Paul-Löbe-Haus sowie gegen die Mauer des Schlosses Bellevue. Auch das Kanzleramt war bereits einmal Ziel der Attacke. In den meisten Fällen wurden lediglich die Fassaden der Häuser verrußt, einmal zündete der Brandsatz nicht. Jedes Mal ließ der Täter Flugblätter zurück. Die mehrere Seiten langen Pamphlete waren mit "Deutsche Widerstandsbewegung" überschrieben.