Nauen/Potsdam - Der NPD-Politiker Maik Schneider muss wegen des Brandanschlags auf eine Turnhalle im havelländischen Nauen acht Jahre in Haft. Zusätzlich erhielt der 29-Jährige wegen anderer Staftaten eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten. Das urteilte am Donnerstag der Vorsitzende Richter des Potsdamer Landgerichts, Theodor Horstkötter. Ein weiterer Angeklagter erhielt wegen Brandstiftung eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren. Die restlichen vier Angeklagten wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Im August 2015 war die Turnhalle in Flammen aufgegangen, in die vorübergehend einhundert Flüchtlinge einziehen sollten. Der 29-jährige Hauptangeklagte Schneider hatte im Prozess gestanden, das Feuer gelegt zu haben. Er hatte aber beteuert, dass er nicht damit gerechnet habe, dass die Halle bis auf die Grundmauern niederbrennen würde. Schneider sprach von einem Unfall. Er gab an, er habe ein politisches Zeichen setzen und die Halle nur einrußen wollen.

Die sechs Neonazis, die Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) als rechte Stadtguerilla bezeichnet hatte, waren zunächst auch wegen Bildung einer kriminiellen Vereinigung angeklagt worden. Der Vorwurf wurde jedoch auf Antrag der Staatsanwaltschaft im Prozess fallengelassen.