Die Polizei hat im Fall des auf zwei Obdachlose verübten Brandanschlags einen Verdächtigen festgenommen. Die Tat ereignete sich am Abend des 22. Juli 2018 am S-Bahnhof Schöneweide. Der 47-Jährige soll die beiden schlafenden Männer mit Benzin übergossen und angezündet haben. Zeugen halfen den Opfern und löschten das Feuer. Dem Verdächtigen wird versuchter Totschlag vorgeworfen.

Da der Mann sich versteckte, wurden bei den Ermittlungen Zielfahnder des Landeskriminalamtes (LKA) hinzugezogen. Der Mann sei am Dienstagabend in Köpenick in einem Einkaufscenter gefasst worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. 

Deutsch-Russe wurde vor der Tat des Platzes verwiesen

Eine feindliche Haltung zu Obdachlosen sei nicht das Motiv gewesen, hieß es. Der Staatsanwaltschaftssprecher sagte, dem Angriff sei an dem Abend des 22. Juli ein Streit des Verdächtigen mit den Obdachlosen vorausgegangen. Der 47-Jährige sei deshalb von der Polizei von dem Areal verwiesen worden. 

Darüber habe sich der Deutsch-Russe offenbar so echauffiert und nicht beruhigen können, dass er mit einem bislang unbekannten Begleiter zu einer Tankstelle gelaufen und dort Benzin in einem Kanister gekauft habe, so der Sprecher. Der mutmaßliche Angreifer sei auf den Bahnhofsvorplatz zurückgekehrt. Nach der Attacke sei er zunächst geflüchtet. 

Während eines der beiden Opfer bald aus dem Krankenhaus entlassen werden kann, ist der Zustand des zweiten Obdachlosen weiter kritisch. Er ist bereits mehrfach operiert worden. (BLZ/dpa)