Brandanschlag in Köpenick: Zwei Männer nach Anschlag auf Flüchtlingsheim verurteilt

Berlin - Nach einem Brandanschlag auf eine Notunterkunft für Flüchtlinge in Berlin-Köpenick vor knapp fünf Monaten sind die beiden Täter verurteilt worden. Gegen einen 21-Jährigen ergingen am Mittwoch vier Monate Haft auf Bewährung.

Er soll zudem 100 Stunden soziale Arbeit leisten. Der 20-jährige Komplize muss für zwei Wochen in den Jugendarrest. Ein Amtsgericht sprach die Angeklagten der Sachbeschädigung schuldig, den jüngeren Mann auch des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Als sie eine Notausgangstür angezündet hatten, zeigte er den Hitlergruß.

Die Angeklagten seien zwar erheblich alkoholisiert gewesen, sagte die Richterin. „Aber sie wussten sehr wohl, dass hinter der Tür Menschen wohnen.“ Aus Sicht des Staatsanwalts wollten die beiden Männer „Angst und Schrecken verbreiten“. Ziel ihres Anschlags sei nicht eine Sachbeschädigung gewesen. „Sie wussten sehr wohl, wo sie waren und was sie taten, sie wollten eine Signalwirkung“. Mit dem Urteil entsprach das Gericht im Wesentlichen dem Antrag der Anklage.

Es war 22.56 Uhr, als die beiden Männer am 29. April auf das Gelände in der Salvador-Allende-Straße auftauchten. Der 21-Jährige besprühte die Tür aus Metall mit einer brennbaren Flüssigkeit und zündete sie an. Der 20-Jährige habe eine Holzlatte entfernt und dann den Hitlergruß gezeigt, sagte der Staatsanwalt. Weil das Feuer nach etwa vier Minuten von selbst erlosch, sei es bei Rissen in einer Scheibe geblieben.

Die berufs- und arbeitslosen Männer zeigten sich in ihren knappen Aussagen im Prozess geständig, beriefen sich aber auf eine Tat im Alkoholrausch. „Ich habe keine Ahnung, warum wir das gemacht haben“, sagte der 20-Jährige. Er sei betrunken gewesen und habe „nicht nachdenken können“. Der 21-Jährige erklärte: „Mir ist die Tat peinlich, in einem normalen Zustand würde ich so etwas nicht machen“.

Dank der Aufnahmen von Überwachungskameras konnte die Polizei die beiden Täter knapp zwei Stunden nach dem Anschlag fassen. Sie sind wegen kleinerer Delikte vorbestraft, nicht jedoch wegen politisch motivierter Taten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (dpa)