Handys - vor allem Smartphones - nerven Brandenburgs Lehrer gewaltig. An mehr als der Hälfte (60 Prozent) der öffentlichen Schulen sind sie inzwischen verboten, ergab eine Umfrage des Bildungsministeriums. So streng geht es nicht an allen der insgesamt 742 öffentlichen Schulen im Land zu - strikte Regeln herrschen jedoch an 80 Prozent der Einrichtungen. So ist Nutzung des Mobiltelefons beispielsweise häufig nur in der großen Pause erlaubt. Doch die moderne Technik ist nicht nur Fluch: Einige Lehrer setzen sie auch gezielt im Unterricht ein.

Bildungsminister Günter Baaske (SPD) will dies fördern. Der neue Rahmenlehrplan - derzeit in der Abstimmung - sieht bereits in der Grundschule das Thema Medienbildung vor, berichtet sein Sprecher Florian Engels. Dabei solle allgemeine Medienkompetenz vermittelt werden - aber auch vor den Gefahren gewarnt werden. „Ziel ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Netz und Smartphone auch im Umfeld von Schule“, so Baaske.

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An der Umfrage seines Ressorts haben sich 32 Prozent der angefragten Schulen im Januar freiwillig beteiligt. Aus Sicht des Ministeriums sind die Ergebnisse repräsentativ. Danach fühlen sich etwa ein Viertel der Lehrer „vom cleveren Smartphone-Gebrauch überfordert“.

Das geht auch Eltern oft so. „Wir haben sehr viele Anfragen von Eltern“, schildert Susann Schmitt von der Landesarbeitsstelle Aktion Kinder und Jugendschutz (AKJS). Die vom Land geförderte Organisation bietet jährlich 80 Veranstaltungen für Eltern an. Etwa eben so viele böten Landkreise zusätzlich an, sagte Projektleiterin Schmitt.

Die Unwissenheit bei den Kindern sei groß. „Das gilt vor allem für Neun- oder Zehnjährige, die heute häufig bereits ein Handy haben. Da ist die Unbedarftheit noch sehr groß“, so Schmitt. Bei Jugendlichen spiele das Thema Mobbing dann eine große Rolle.
Beim diesjährigen „Safer Internet Day“ an diesem Dienstag (10. Februar) geht es darum unter dem Motto „Meine App ist eine Plaudertasche“ vor allem um die Privatsphäre im mobilen Netz. An der Veranstaltung im Landtag in Potsdam beteiligt sich Baaske.

Für den 57 Jahre alten Politiker gehören Internet und Smartphone zum Lebensalltag von Teenagern. Eines geht aus Sicht des Pädagogen, der früher selbst Physik und Mathematik unterrichtete, aber nicht: „Dass im Unterricht gedaddelt wird, während sich die Lehrer vorne abmühen.“ (dpa)