Irgendetwas stimmt nicht mit dem Brandenburger Tor. Die Säulen sind schief, es neigt sich bedrohlich zur Seite, die Quadriga ist so gut wie gar nicht zu erkennen. Es sieht aus, als hätte es ein Betrunkener gezeichnet. „Das Tor ist eine Katastrophe“, sagt Danny Schuster. Er meint damit das Piktogramm, das auf vielen Scheiben der Berliner U-Bahn-Waggons klebt. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben die meisten Waggons damit beklebt, um zu verhindern, dass Vandalen die Scheiben zerkratzen. Denn, so der schlüssige Gedanke, eine schon so gestaltete Scheibe ist kein Anreiz mehr für das sogenannte Scratching, also dem Zerkratzen einer Scheibe mit einem scharfen Gegenstand.

Den meisten Berlinern fällt die Scheibenverzierung gar nicht mehr auf – das Brandenburger Tor darauf gehört seit 2008 zu jeder U-Bahn-Fahrt. Danny Schuster ärgert das Motiv jedoch bei jedem Trip durch die Stadt mit der BVG. „Die Aufkleber mit dem Brandenburger Tor sind einfach schlecht gemacht“, sagt er. Der 30-Jährige kennt sich aus mit Piktogrammen, er ist Grafikdesigner, wohnt und arbeitet in Prenzlauer Berg. Zusammen mit seiner 26-jährigen Partnerin Melisa Karakus betreibt er ein Büro für Kommunikationsdesign mit dem Namen „Maluma & Takete“. Die beiden sind vor über zwei Jahren von Dortmund nach Berlin gezogen, um ihr Studium an der Universität der Künste abzuschließen. In Berlin gefällt es ihnen so gut, dass sie beschlossen haben, sich hier selbstständig zu machen.

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