Wer am Sonnabend um die Mittagszeit zufällig am Brandenburger Tor vorbei kam, dürfte den Biergarten und die kleinen Stände auf dem Pariser Platz vor der Französischen Botschaft eher für das Ende eines Festes gehalten haben als für den Beginn.

Eigentlich hatte das Deutsch-Französische Fest bereits am Freitag beginnen sollen, es war jedoch wegen des Anschlags in Nizza für Freitag abgesagt worden.

Nun sollte am Sonnabend um 12 Uhr die Eröffnung stattfinden, doch nach Feiern ist vielen nicht zumute. Eine offizielle Eröffnung des Festes auf der Bühne gab es nicht.

An der Französischen Botschaft nebenan hielten etliche Besucher für einen Moment inne, vor der Trauernde Blumen abgelegt hatten zum Gedenken an die Opfer.

Betroffenheit und Anteilnahme bei den Besuchern überwiegen

Die beiden Frauen, die vor einem Stand der Galeries Lafayette saßen, waren ganz bewusst auf das Fest gekommen. Sie habe eine besondere Beziehung zu Frankreich, erzählte die eine, ihr Mann komme aus Frankreich, und sie selbst wohne unweit der deutsch-französischen Grenze. Das Attentat in Nizza habe sie  sehr betroffen gemacht, aber sie wolle sich nicht vom Terror einschüchtern lassen. Gleichwohl sei die Stimmung auf dem Fest schon sehr gedämpft.

"Das Fest hat jetzt natürlich nicht annähernd die Qualität, die es haben könnte", sagte eine Standbetreiberin. Viele hätten ihre Stände erst am Sonnabend aufgebaut. Dass es trotzdem große Nachfrage nach Crêpes, Hummus, Pernod und Käse gab, lag auch an den vielen Touristen, die das Brandenburger Tor und damit auch den Pariser Platz samt Fest passierten.

Am Nachmittag soll es ein besonderes Kinderprogramm geben, für den Abend sind mehrere Auftritte von Bands auf der Bühne vor dem Brandenburger Tor geplant, unter anderem soll das Elektro-Pop-Duo Air aus Versailles auftreten.