Berlin - Noch vor Weihnachten dürfte sich entscheiden, ob der neue Großflughafen BER in Schönefeld am 27. Oktober 2013 an den Start gehen kann oder ob die Eröffnung erneut verschoben werden muss. Nach Informationen der Berliner Zeitung wollen Berlin, Brandenburg und der Bund bei einer BER-Gesellschafterversammlung an diesem Dienstag über das weitere Vorgehen beraten. Zuvor trifft Flughafen-Technikchef Horst Amann mit Vertretern von Bosch und Siemens zusammen. Die Firmen sollen verbindlich sagen, ob sie die Brandschutzanlage wie geplant zum Laufen bringen können oder nicht.

Die Software ist der Knackpunkt

Amann will bei dem Treffen eine „terminsichernde Vereinbarung“ treffen. An der Runde mit Bosch und Siemens nimmt als einziges Aufsichtsratsmitglied der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Rainer Bomba (CDU), teil. Es geht dabei um ein umfangreiches Verhandlungspaket, in dem auch Geld und eventuelle Regressforderungen eine Rolle spielen. Im Mittelpunkt stehen aber technische Probleme. Dem Vernehmen nach funktioniert die elektronische Steuerung der Brandschutzanlage immer noch nicht. Die Software von Bosch und Siemens wolle nicht recht zusammenarbeiten, sagte ein Projektbeteiligter am Montag.

Sollten die Firmen das Software-Problem für unlösbar halten, müsste ein Teil der Brandschutztechnik wohl umgebaut werden. Das betrifft den unteren Bereich des Hauptterminals, wo die Entrauchungsanlage 14 offenbar zu groß und zu komplex geplant wurde. Im Gespräch ist, die Räume mit mehreren kleinen Anlagen auszustatten. Dieser Umbau würde den vorgesehenen Zeitplan aber womöglich sprengen. Sicher ist das bislang aber nicht.

Formal müsste eine erneute Verschiebung des Eröffnungstermins noch vom BER-Aufsichtsrat beschlossen werden. Nach der letzten Sitzung vor zehn Tagen hatte das Gremium den Zeitplan nicht infrage gestellt. Kurz danach wollte der Chef des Aufsichtsrats, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), den 27. Oktober 2013 aber nicht mehr garantieren. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sagte zudem am Wochenende, es gebe „ernstzunehmende Hinweise, dass der Termin nicht gehalten werden kann“.