Berlin - Auf den Internetseiten der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ist die Welt noch in Ordnung. In einem „Ausblick“ auf die Internationale Gartenbauausstellung 2017 auf dem Flughafen Tempelhof wird davon geschwärmt, dass die Besucher das Areal über die riesige Haupthalle des stillgelegten Airports betreten können. Doch ausgerechnet der IGA-Haupteingang wird mitten zur Gartenbauausstellung für vier Wochen gar nicht zur Verfügung stehen – wegen der Bread & Butter, die zu dieser Zeit dort stattfindet. Die Modemesse hatte im Februar 2009 – nach Vermittlung durch den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit – einen zehnjährigen Mietvertrag abgeschlossen, der die Nutzung der Haupthalle und aller Hangars zweimal pro Jahr vorsieht.

Kollidierende Pläne

„Wir freuen uns, dass die IGA kommt. Es ist allerdings in der Tat so, dass die Pläne für die IGA mit unseren kollidieren“, sagte der Geschäftsführer der Modemesse, Karl-Heinz Müller, der Berliner Zeitung. „Wir haben die Haupthalle und die Hangars von Mitte Juni bis Mitte Juli für einen Monat gemietet. Drei Wochen dauert der Aufbau für die Messe, danach brauchen wir eine Woche für den Abbau. Während dieser Zeit können die IGA-Besucher nicht durch die Haupthalle gehen, sondern müssen einen anderen Zugang nehmen“, so Müller. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung räumt das Problem ein. „Die Nutzungen schließen sich bisher weitgehend aufgrund geschlossener Verträge aus“, erklärt Behördensprecherin Petra Rohland.

Gleichzeitig geben sich die Planer aber optimistisch: Es werde geprüft „inwieweit eine parallele Nutzung“ der Haupthalle „während der Messe möglich ist“. Derzeit sei noch nicht abschätzbar, wie konkret die Einschränkungen sein werden, so Rohland. Es werde aber in jedem Fall einen weiteren Haupteingang und weitere Nebeneingänge geben.

Die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG), die die Veranstaltung nach Berlin vergeben hat, bezeichnet eine Lösung des Eingangsproblems „als sehr dringlich“. DBG-Geschäftsführer Jochen Sandner sagte: „Wir halten den Besucher-Empfang in der Haupthalle für architektonisch besonders attraktiv und reizvoll. Er ist eine starke Geste und funktional für die Infrastruktur und die Besucherführung von Bedeutung.“ Gerade in der Haupthalle des Flughafens herrsche „nicht der temporäre Charakter vieler Eingangssituationen wie sie sonst bei Gartenschauen üblich sind“, so Sandner.

"Eine vernünftige Lösung finden"

Probleme gibt es nicht nur mit dem Haupteingang, sondern auch mit den Hangars. Zwar heißt es auf der Internetseite der Stadtentwicklungsbehörde, dass „in den riesigen Hangars“ die „wechselnden Blumen- und Pflanzen-Hallenschauen mit ihrer spektakulären Floristik“ die Besucher begeistern werden, doch sieht es derzeit nicht danach aus. „Jeder Hangar ist belegt, wir sind komplett ausgebucht“, sagt der Chef der Modemesse. „In den Hangars können wir während der Messe keine Blumenbeete einbeziehen.“ Müller signalisiert aber Gesprächsbereitschaft: Es seien schließlich noch fünf Jahre bis zur IGA. „Ich bin mir sicher, dass wir mit dem Senat eine vernünftige Lösung finden.“