Die silbernen Kugeln mit dem orangen Deckel sehen irgendwie knuffig aus. Die Berliner Stadtreinigung BSR nennt sie einfach nur Bubble. Als Blase sollte sich die Silberkugel aber besser nicht erweisen, denn Bubble ist die neueste Generation von Mülleimern in Berlin. Die Kugeln fassen fünf Mal soviel Abfälle wie normale Papierkörbe. Die BSR stellt sie jetzt an großen Plätzen in der Innenstadt auf, an denen viele Berliner und Touristen unterwegs sind – und ihren Müll loswerden wollen.

„Wir standen vor dem Dilemma, dass an den großen Plätzen wie dem Alexanderplatz die kleinen Behälter an den Laternen sehr, sehr schnell sehr voll wurden“, sagte BSR-Vorstandschefin Tanja Wielgoß am Freitag. Deshalb wurde die Bubble von der Firma Lune Raummobiliar entwickelt. Passen in die normalen Papierkörbe etwa 70 Liter, fasst die Kugel mit einem Durchmesser von 90 Zentimetern nun 360 Liter. Zudem müssen die Kugeln nur ein Mal am Tag geleert werden. Um die Papierkörbe mussten sich die BSR-Leute vier Mal pro Tag kümmern.

Um große Mengen Müll aufzunehmen, hatte die BSR bisher auf große Mülltanks (bis 1000 Liter) gesetzt, die unter der Erde verbuddelt wurden und oberirdisch nur einen schmalen Einwurfschacht haben. Dieses System lässt sich aber zum Beispiel wegen unterirdischer Versorgungsleitungen nicht überall einsetzen. „Die Bubbles können dagegen sehr schnell aufgestellt werden“, sagte Winfried Becker von der BSR. Sie sollen aber nicht die bisherigen kleinen Behälter ersetzen, sondern ergänzen.

Drei Kugeln wurden am Freitag vor den Rathauspassagen in Mitte platziert. Damit stehen in der Stadt inzwischen 46 Kugeln, davon mehr als zwei Dutzend am Alexanderplatz. Dort allerdings wurden die anderen Papierkörbe abgebaut. Weitere Standorte sind der Pariser- und der Potsdamer Platz sowie vor dem Jüdischen Museum. Laut Becker soll die Bubble-Zahl in diesem Jahr auf 100 erhöht werden, vorgesehen sind dafür unter anderem die Warschauer Straße, die Revaler Straße, der Kiez um die Simon-Dach-Straße sowie die City West.

Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen findet, dass „die Bubbles die Stadt bunt machen“. Vorbild für deren Design sei die Kugel des Fernsehturms, meinte er scherzhaft. „Sauberkeit ist ein Thema, das für die Bevölkerung und die Touristen wichtig ist. Und wir alle sind Teil dieses Problems.“ Die Stadt müsse dafür sorgen, dass Berlin sauber bleibt, das sei für den Tourismus ein klarer Attraktivitätspunkt.