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Ein Abgesang auf ihr Berufsleben? Nein, nein, das ist das neue Buch über Jaecki Schwarz und Wolfgang Winkler auf keinen Fall. Das sagen die beiden Herren gleich zum Anfang ganz deutlich. „Allenfalls ein Abgesang auf den Polizeiruf 110“, sagt Jaecki Schwarz und grinst. „Wir sind auch weiterhin zu erleben.“ Und Schwarz (66) und Winkler (69) zählen auf, was sie in der nächsten Zeit so machen werden. Natürlich durchs Land touren, aus dem neuen Buch lesen, weitere (wenn auch kleinere Rollen) im Fernsehen spielen, Theaterrollen übernehmen.

Aber erst einmal wird noch der letzte Polizeiruf gedreht. Seit Dienstag sind Schwarz und Winkler damit beschäftigt. „Gedreht wird im Wörlitzer Park, im Freiluftmuseum Ferropolis in Gräfenhainichen und in Dessau“ sagt Winkler. Danach ist für die beiden Kommissare aber Schluss, ihr 50. Polizeiruf (er soll im Sommer 2013 ausgestrahlt werden) wird auch der letzte sein.

Seit 17 Jahren haben Schwarz und Winkler für den MDR aus Halle ermittelt und damit einen Rekord aufgestellt. „Wir sind das dienstälteste Ermittlerpaar im deutschen Fernsehen“, sagt Jaecki Schwarz nicht ohne Stolz. Und: „Wir hätten schon noch gerne ein, zwei Jahre weiter gemacht.“ „Aber solche hässlichen Kröten wie wir sind nicht mehr gefragt“, schiebt Winkler sarkastisch hinterher.

Dabei sind die „hässlichen Kröten“ seit Jahren Kult, vor allem bei den Zuschauern im Osten Deutschlands. Schwarz und Winkler sind nicht nur im Polizeiruf ein schrulliges Gespann, sondern auch im wirklichen Leben. Das alles haben sie jetzt Andreas Kurtz erzählt. Der 46-jährige Gesellschaftskolumnist der Berliner Zeitung war Schwarz’ erste Wahl. „Ich mag keine Biografie über mich selbst schreiben und lesen“, so Schwarz. Aber als der Eulenspiegel Verlag Kurtz als Autoren nannte, war er sofort bereit. „Der hat den nötigen Humor.“ Herausgekommen ist keine Biografie, sondern eine Sammlung von Anekdoten und Interviews.

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Seit 1967 kennen sich Schwarz und Winkler, seit den Dreharbeiten zu „Ich war 19“ von Konrad Wolf. Die Jahre danach sind sie sich immer wieder begegnet, Winkler machte Karriere in Halle, Schwarz in Berlin. Dann kam der 17. März 1996. Da standen Schwarz und Winkler wieder zusammen vor der Kamera. „Der Pferdemörder“ hieß der erste Teil des Polizeirufs. Herbert Schmücke und Herbert Schneider heißen sie seitdem in der Krimi-Serie.

Dass Schwarz und Winkler nach den vielen Jahren wie ein altes Ehepaar sind, merkt man auch daran, dass Schwarz seinen Filmpartner einfach nur „Mausi“ nennt. In ihrer Freizeit fahren die beiden durch den Harz, und sie essen zusammen Kuchen. Schwarz trinkt gerne Kaffee – Prozenthaltiges nimmt der trockene Alkoholiker schon seit Jahren nicht mehr zu sich. Selbst alkoholfreies Bier kommt nicht mehr auf den Tisch. Und wenn Schwarz im TV bei einem Glas Rotwein sitzt, ist garantiert Kirschsaft im Glas.

Andreas Kurtz, Jaecki Schwarz und Wolfgang Winkler. Herbert & Herbert. Mit dir möchte ich nicht verheiratet sein! Eulenspiegel Verlag, 16,95 Euro