Berlin - Die Berliner rot-grün-grünen Koalitionäre in spe sind in ihrer ersten Verhandlungsgruppe vorangekommen. Das Führungstrio aus Franziska Giffey, Bettina Jarasch und Klaus Lederer arbeitet an den Grundsätzen. Und dazu gehört bei jedem Koalitionsvertrag eine Präambel, eine Einführung quasi, das Stammbuch. Doch bei den Aussagen zu dieser Präambel wurde wieder einmal deutlich, wie nah und fern zugleich sich die künftigen Koalitionspartner doch sind. Und das wirft Fragen auf.

Einig ist man sich darin, dass eine funktionierende, bürgerfreundliche Verwaltung das A und O ist. Daran wolle man sich messen lassen, man sei dafür vollumfänglich verantwortlich. Das sagt allen voran Franziska Giffey, als ehemalige Bezirksbürgermeisterin die einzige aus dem Trio, die von den Tücken der organisierten Verantwortungslosigkeit zwischen Land und Bezirken aus eigenem Erleben weiß.

Doch Vorsicht: Was wie eine Selbstverständlichkeit klingt, kann zum Bumerang werden. Wer dieses Thema unterschätzt, hat schon verloren. Wäre der alte Müller-Senat nicht längst abgewählt, durch seine eigene Unzuständigkeitserklärung nach der Pannen-Wahl („Wir sind nur Zuschauer“) hätte er sich endgültig selbst unmöglich gemacht.

Es ist gut, dass jemand bei diesem Thema vorangeht. Gleichzeitig wissen alle, wie sehr sich die designierte Regierende Bürgermeisterin in der Rolle der Anpackerin gefällt, die zwar optimistisch ist, aber auch betont nüchtern. Und das birgt Gefahren innerhalb des Bündnisses. Wenn also Franziska Giffey sagt, „wir brauchen nicht immer wieder neue Blütenträume“, dann werden sich in erster Linie die Grünen angesprochen fühlen. Was wird dann aus Bullerbü?