Der Hausmeister entdeckte das ausgehebelte Fenster im Bürgeramt am Halemweg am Sonntagmorgen. Auch Türen und Schränke hatten die Einbrecher aufgebrochen. Aber fündig wurden sie nicht. „Am Tresor sind sie gescheitert“, sagte am Mittwoch Klaus-Dieter Gröhler (CDU), Stadtrat für Bürgerdienste in Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Panzerschrank wurde angeschafft, nachdem es im Mai schon einmal einen Einbruch gegeben hatte. Er ersetzte einen nicht ganz so hoch gesicherten Tresor.

Im Mai hatten die Einbrecher Bezirkssiegel, mit denen sich Dokumente beglaubigen lassen sowie zur Abholung bereit liegende Personalausweise gestohlen. Und Blankoformulare, die kurzfristig als Ersatz für einen Personalausweis oder Reisepass dienen können. „Die werden zum Beispiel gebraucht, wenn jemand seinen Ausweis verloren hat, aber am nächsten Tag eine Reise ins Ausland antritt“, so Gröhler. Auch Personalausweise könnten benutzt werden. Man müsse nur jemanden finden, der der abgebildeten Person ähnlich sieht. „Auf dem Schwarzmarkt bekommt man für solche Sachen viel Geld.“

Es habe vor Jahren einen Einbruch in einem Bürgeramt des Bezirks gegeben, danach seien dort entwendete Personalausweise in einem afrikanischen Land sicher gestellt worden, sagte Gröhler. Er ist sicher, dass die Einbrecher auch diesmal auf Dokumente und Stempel aus waren. Wertgegenstände wie Drucker oder Kopierer hätten sie stehen lassen.

Das Bürgeramt Halemweg bleibt bis auf weiteres geschlossen. „Wir werden die Sicherungsmaßnahmen verstärken“, sagte Gröhler. Diesmal geht es um die Außensicherung, damit Einbrecher nicht erst zum Tresor kommen. Die Lieferzeit der neuen Türen beläuft sich auf mehrere Wochen. Bürger müssen auf Bürgerämter an den Standorten Rathaus Charlottenburg, Heerstraße (nur mit Termin) und Hohenzollerndamm ausweichen. Überall ist mit längeren Wartezeiten zu rechnen. Fertiggestellte Dokumente können im Rathaus Charlottenburg abgeholt werden.