Berlin - Berlin braucht dringend neue Wohnungen, vor allem preiswerte. Wichtigster Partner des Senats, um dieses Ziel zu erreichen, sind die landeseigenen Wohnungsunternehmen. Das Problem: Baugrundstücke in kommunaler Hand sind knapp. Die Unternehmen suchen händeringend nach geeigneten Flächen. Zum Beispiel in Innenhöfen, auf Parkplätzen, auf Dächern von Wohnhäusern. Es ist klar, dass Nachverdichtung, wie diese Form des Bauens auch genannt wird, Konflikte mit sich bringt. Denn kein Anwohner tauscht gerne den Blick ins Grüne gegen den Anblick eines Fünf- oder Sechsgeschossers. Deswegen kommt es bei jedem einzelnen Bauprojekt darauf an, mit den Bürgern zu planen, nicht gegen sie. Bei Bauvorhaben der landeseigenen Unternehmen genauso wie bei Genossenschaften und privaten Bauherren.

Was zurzeit an vielen Stellen der Stadt passiert, ist das genaue Gegenteil. Gewachsene Siedlungen werden zubetoniert und Grünflächen geopfert, ohne dass die Bürger darauf Einfluss nehmen können. Im Kietzer Feld in Köpenick beispielsweise will die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Degewo zwischen rund 20 Wohnblöcken aus der DDR-Zeit weitere 15 Neubaublöcke errichten – gegen den Willen vieler Bewohner. Die Planung nimmt in Kauf, dass der Charakter der Siedlung zerstört wird, die durch viel Grün und Offenheit geprägt ist. Dass auf die ursprünglich noch geplante Dachaufstockung im Kietzer Feld verzichtet wird, zeugt dabei nicht von besonderem Entgegenkommen, sondern zeigt nur, wie überzogen die ursprüngliche Planung war.

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