Berlin - Er wird auch sein Maßband verlängern müssen, von dem er jeden Tag, der den Flughafen Tegel seinem Ende näher bringt, ein Stück abschneidet. „Dass jetzt verschoben wird, ist schon sehr enttäuschend“, sagt Wilk. Eine Überraschung sei es allerdings nicht, dass der neue Flughafen in Schönefeld erst später öffnen kann. „Das ist kein Wunder, sondern passt in eine lange Reihe von Planungspannen“, sagt Wilk.

Mit dieser Einschätzung drückt der Mann in Spandau in etwa das aus, was auch alle anderen Bürgerinitiativen zum Berliner Flugverkehr an diesem Tag der Verzögerung zum Thema sagen wollen, selbst wenn sie gar nicht unter dem Flughafen Tegel leiden, sondern von der Verschiebung des Umzugs kurzfristig sogar profitieren: Auch die Aktivisten gegen den drohenden Fluglärm im Süden von Berlin reagieren verärgert. Sie fühlen sich in ihrer Ablehnung der bisherigen Planungen bestätigt. Zum Beispiel Bernd Ebert von der Bürgerinitiative in Friedrichshagen. „Es gab viele Anzeichen, dass der neue Flughafen nicht rechtzeitig fertig wird, lauter Unregelmäßigkeiten. Die verschobene Eröffnung passt ins Gesamtbild“, sagt er. Ansonsten seien die Terminprobleme kein Grund zum Jubeln, schließlich handele es sich ja nur um eine Verschiebung. Die Bürgerinitiative will deshalb den eingeschlagenen Kurs weiter verfolgen. „Wir klagen gegen die Flugrouten und den Planfeststellungsbeschluss“, sagt Ebert.

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