Im Streit um die Flüchtlingsunterkunft in Hellersdorf sind jetzt durch die Bürgerinitiative Marzahn-Hellersdorf, die gegen das geplante Heim mobil macht, falsche Gerüchte verbreitet worden. Auf ihrer Seite im sozialen Netzwerk Facebook behauptet die anonym agierende BI, dass geplant sei, auch das leer stehende Elsengrund-Gymnasium in Mahlsdorf als Asylbewerberheim zu nutzen. Berlins Sozialsenator Mario Czaja (CDU), der in Kaulsdorf-Mahlsdorf seinen Wahlkreis hat, halte das geheim. „Teilen, teilen, teilen!“ schreibt die BI zu ihrem Facebook-Beitrag. Einer hat das gern getan – Sebastian Schmidtke, Berlins NPD-Landes-Chef. Nach Aussagen des Verfassungsschutzes ist die Initiative, die nichts über ihre Hintermänner preisgibt, von Rechtsextremen beeinflusst.

„Es gibt keinerlei Planung, das frühere Gymnasium Elsengrund zu einer Unterkunft für Asylbewerber umzubauen und zu nutzen“, sagt Regina Kneiding, Czajas Sprecherin. Marzahn-Hellersdorfs Baustadtrat Christian Gräff (CDU) sagt, dass das Gerücht gezielt von Rechtsaußen gestreut worden sei, auch um den Wahlkampf zu beeinflussen.

Währenddessen laufen die Arbeiten für den Umbau der alten Schule an der Carola-Neher-Straße weiter. Dass inzwischen ein Rechtsanwalt im Auftrag der Bürgerinitiative Akteneinsicht beantragt hat, beeindruckt Gräff nicht: „Planungsrechtlich ist ein Wohnheim in einem Wohngebiet zulässig“, sagt er. Es gebe keinen Grund, warum der Bezirk einen möglichen Rechtsstreit verlieren sollte. Ein Termin, wann die ersten Asylbewerber nach Hellersdorf kommen werden, nennt das zuständige Landesamt für Gesundheit und Soziales wegen der aufgeheizten Stimmung nicht.