Marzahn-Hellersdorfs Bürgermeister Stefan Komoß (SPD) hat nach schwerer Krankheit wieder den Dienst angetreten. Zunächst führte er im Rathaus am Alice-Salomon-Platz Gespräche mit Amtsleitern und anderen Mitarbeitern, um sich auf den neuesten Stand bringen zu lassen. „Ich habe aber auch schon wieder Ausschüsse des Bezirksparlaments besucht“, sagt er.

Drei Monate lang war der Bürgermeister ausgefallen. Im Juli wurde entdeckt, dass unter seiner Schädeldecke ein Tumor wächst. Im Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) wurde Komoß erfolgreich operiert. Ein Neurochirurg holte den 5 mal 5 Zentimeter großen Tumor heraus. „Ohne diese OP hätte ich keine zwei Monate mehr zu leben gehabt“, sagt Komoß. Nach der Operation musste er noch mehrfach zur Bestrahlung – zur Sicherheit.

Dass der Tumor überhaupt entdeckt wurde, war Zufall. Komoß sagt, er habe plötzlich einen komischen Geruch in der Nase gehabt und das Gefühl blockiert zu sein. Das habe sich bis Mitte Juli häufig wiederholt. Seine Hausärztin überwies ihn direkt zu einer Neurologin. Diese sorgte umgehend für die Überweisung ins UKB. „Hervorragende Ärzte, alle aus Marzahn-Hellersdorf“, sagt der gläubige Christ.

Kürzertreten will der 49-Jährige allerdings kaum: „Ich habe mir aber vorgenommen, die beruflichen Anforderungen mehr mit heiterer Gelassenheit zu nehmen“, sagt er. „Und wenigstens den Sonntag als Auszeit vom Amt zu begreifen.“