Die Berliner Stadtautobahn A 100 soll nach dem Willen der rot-schwarzen Bundesregierung über den Stadtteil Treptow hinaus verlängert werden. Der sogenannte 17. Bauabschnitt bis nach Lichtenberg gehört zu den bewilligten Projekten des am Mittwoch verabschiedeten Bundesverkehrswegeplans. Danach will der Bund für Unterhalt und Neubau von Straßen, Schienen und Wasserwegen in Deutschland bis 2030 rund 270 Milliarden Euro ausgeben.

Nach den Planungen soll das 7,3 Kilometer lange Autobahnteilstück 848,3 Millionen Euro kosten. Davon muss Berlin 25 Millionen Euro tragen. Die Strecke führt von Treptow über die Spree und ab dem Ostkreuz durch einen Doppelstocktunnel bis zur Storkower Straße.

Schon um den 16. Abschnitt, der derzeit von Neukölln nach Treptow gebaut wird, hatte es heftige politische Querelen in Berlin gegeben. Nach der Wahl 2011 scheiterte an diesem Thema die rot-grünen Koalitionsverhandlungen. Die Grünen lehnten den teuren Autobahn-Neubau strikt ab. Nun steht am 18. September wieder eine Wahl vor der Tür.

Der Bundesverkehrswegeplan sieht auch vor, die Avus (Autobahn A 115) auf insgesamt sechs Fahrstreifen zu verbreitern. Auch das ist ein Projekt, das schon seit Langem in der Diskussion ist. Doch im Gegensatz zur A 100 und zur B 2 halten es die Senatsplaner nicht für dringlich.

„Der Bund hat darauf bestanden, dass es in den Plan aufgenommen wird. Wir hätten es nicht angemeldet“, sagte Verkehrs-Staatssekretär Christian Gaebler am Donnerstagnachmittag der Berliner Zeitung. „Wir halten andere Projekte für wichtiger“ – zum Beispiel im Schienenverkehr.

Senat lehnt Planungen zum Ausbau der Avus in absehbarerer Zeit ab

Der Senat habe nicht vor, in absehbarer Zeit mit Planungen für den Ausbau der Avus zu beginnen.  Schon in früheren Jahren hatte Berlin darauf hingewiesen, dass Stau nicht auf der südlichen, sondern auf der nördlichen A 115 ein Problem ist – bevor sich der Verkehr am Dreieck Funkturm auf die A 100 einfädeln muss.

Die Süd-Avus sei kein Engpass, an dem gearbeitet werden müsse. Die Verkehrsplaner des Senats hatten auch darauf hingewiesen, dass eine Autobahn-Verbreiterung im Grunewald komplizierte naturschutzrechtliche Prozeduren erfordern würde.

Ortsumgehung Malchow ist "Vorhaben mit vordringlichem Bedarf"

Als drittes Projekt ist die Ortsumgehung Malchow im Bundesverkehrswegeplan aufgeführt. Hierführ sind 20,5 Millionen Euro eingeplant. Das Projekt gilt als Vorhaben mit vordringlichem Bedarf. Der Bau sollte im Jahr  2016 beginnen. (mit dpa)